Modellbahn-Bauer Märklin-Chef ruft Trendwende aus
Göppingen Der Gewinntrend sieht positiv aus: Im Jahr 2006 konnte Märklin sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 73 Prozent auf 4,5 Millionen Euro steigern, wie das Unternehmen am Stammsitz in Göppingen berichtete. Der Konzernumsatz legte leicht um ein Prozent auf 124 Millionen Euro zu. Die Schulden wurden um 16 Prozent verringert. Der Interimsmanager Ulrich Wlecke sagte: "Ich freue mich, dass wir Märklin bereits nach kurzer Zeit wieder auf einen zukunftsfähigen Kurs gebracht haben."
Neuer Chef von Märklin wird ab Anfang Februar Axel Dietz, er löst Wlecke ab. Der neue Märklin-Chef gilt als Marketing-Fachmann. Zuletzt war er Sprecher der Geschäftsführung der Molkereigruppe Müller-Milch. Michel Perraudin, Vorsitzender des Märklin-Beirats, sagte, Dietz bringe genau die richtigen Fähigkeiten mit, um Märklin wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
Der Umsatzrückgang der letzten Jahre konnte nach Unternehmensangaben gestoppt werden. Dazu hätten vor allem die Einführung einer verbesserten Warenpräsentation, ein attraktives Neuheitenprogramm sowie auch der Start der Märklin Erlebniswelt beigetragen. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg 2006 um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Euro. Durch Personalabbau sollen die Kosten weiter gedrückt werden. Das vor wenigen Wochen vorgestellte Programm sieht den Abbau von 310 der rund 1400 Arbeitsplätze vor.
Der Stellenkürzung fällt unter anderem das Werk im thüringischen Sonneberg mit 221 Beschäftigten zum Opfer. Neben dem Anfang der 1991 in Sonneberg gegründeten Werk trifft es auch 30 der 63 Mitarbeiter in Nürnberg und weitere 60 im Stammwerk im schwäbischen Göppingen.
Die 1859 im schwäbischen Göppingen gegründete "Fabrik feiner Metallspielwaren" war nach drohender Insolvenz im Mai 2006 von der britischen Investorengruppe Kingsbridge übernommen worden.
itz/AP