Modellbahnbauer: Märklin-Insolvenz wird zur Schlammschlacht - DER SPIEGEL
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Modellbahnbauer Märklin-Insolvenz wird zur Schlammschlacht

Gesellschafter und Insolvenzverwalter zanken sich, der Staatsanwalt ermittelt - bei Märklin laufen nicht nur die Geschäfte schlecht. Auch die Stimmung unter den Verantwortlichen ist alles andere als positiv.
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Stuttgart/Göppingen - Märklin kommt nicht zur Ruhe: Nicht nur, dass der Traditionsfirma seit einigen Wochen insolvent ist. Jetzt ermittelt auch noch der Staatsanwalt wegen des Verdachts der Untreue gegen Mitarbeiter des Modelleisenbahnherstellers.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Mittwoch mitteilte, besteht der Anfangsverdacht, dass Verantwortliche des Unternehmens Märklin geschädigt haben könnten. In einem "ziemlich umfangreichen" Verfahren würden Akten aus dem Zeitraum von 2006 bis heute überprüft. Weitere Einzelheiten wollte die Sprecherin nicht nennen.

Früheren Presseberichten zufolge geht es bei den Ermittlungen um hohe Honorare, die Märklin für Beraterverträge gezahlt hat. Insolvenzverwalter Michael Pluta hatte die Ausgaben für Berater in den vergangenen drei Jahren auf 40 Millionen Euro beziffert.

Aber auch Pluta selbst steht in der Kritik. Der Insolvenzexperte liegt im Streit mit dem Märklin-Eigner Kingsbridge. Pluta und sein Mitarbeiter Fritz Zanker hatten dem Finanzinvestor Misswirtschaft vorgeworfen. So hatte Zanker erklärt, Kingsbridge habe Märklin als Gesellschafter systematisch ausbluten lassen.

Kingsbridge weist die Vorwürfe energisch zurück. Allerdings sehen die Insolvenzverwalter offenbar keinen Grund, sich von ihren Aussagen zu distanzieren. Bis zur gesetzten Frist am Mittwoch um 10.00 Uhr sei die geforderte Unterlassungserklärung nicht abgegeben worden, sagte ein Kingsbridge-Sprecher. "Der Insolvenzverwalter ist einfach abgetaucht." Pluta ließ am Mittwoch über seine Sprecherin lediglich mitteilen, er werde sich zu diesem Themenkomplex vorerst nicht mehr äußern.

Kingsbridge jedoch will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Man werde nun weitere rechtliche Schritte einleiten, kündigte der Sprecher an.

suc/ddp/dpa

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