Modellrechnung: Rentenniveau wird spürbar sinken - DER SPIEGEL
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Modellrechnung Rentenniveau wird spürbar sinken

Das Deutsche Institut für Altervorsorge hat konkret nachgerechnet, wie sich die geplanten Rentenreformen für die künftigen Generationen auswirken werden. Das Ergebnis ist niederschmetternd.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Auch wenn ein Singlehaushalt neben der staatlichen Rente noch über eine Privatrente aus einer staatlich geförderten Sparleistung verfügt, werde bis 2030 das Rentenniveau gemessen am Nettoeinkommen nur zwischen 65,4 und 58,4 Prozent liegen, sagte Reinhold Schnabel vom DIA. Auch die vorgesehene nachgelagerte Besteuerung der Renten wird sich nach Schnabels Berechnungen wegen der hohen Zusatzrenten nicht nur bei Gutverdienern, sondern auch bei Durchschnittseinkommen spürbar auswirken. Die Sparanstrengungen der Bevölkerung müssten daher deutlich höher als die bei der Riester-Rente vorgesehenen vier Prozent ausfallen. Soll dennoch das bisher geltende Rentenniveau von 70 Prozent erreicht werden, müssten die jährlichen Sparleistungen zwischen 5,8 und 10,3 Prozent statt der vier Prozent bei der Riester-Vorsorge liegen. Am Freitag berät der Bundestag erstmals über das langfristige Rentenkonzept der Regierung. Darin ist als Reaktion auf die demographischen Veränderungen die Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors vorgesehen. Außerdem will die Regierung den anhaltenden Trend zur Frühverrentung stoppen. Eine Klausel soll festlegen, dass Arbeitnehmer nicht schon mit 60, sondern erst mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können. Ein weiterer Gesetzentwurf legt fest, dass Rentenbeiträge künftig steuerfrei gestellt und im Gegenzug die Alterseinkünfte besteuert werden.