Mody-Bank-Pleite: "Focus" zu Schadenersatz verurteilt - DER SPIEGEL
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Mody-Bank-Pleite "Focus" zu Schadenersatz verurteilt

Das Nachrichtenmagazin "Focus" muss nach einer Gerichtsentscheidung dem Bankhaus Mody Schaden ersetzen, der durch Werbung für einen kritischen Artikel über die Bank im Jahr 1995 entstanden ist. Die Pressekammer des Hamburger Landgerichts begründete ihr Urteil mit dem Tatbestand der üblen Nachrede.
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Hamburg - "Focus" hatte am 16. Januar 1995 berichtet, die Hamburger Privatbank sei in Schwierigkeiten und ihre Kunden fürchteten um ihr Geld. Laut Gericht setzte nach der Werbung für diesen Artikel ein Kundenansturm auf das Bankhaus ein, in dessen Folge die Bankenaufsicht Mody am 17. Januar schloss. Die Schadenersatzhöhe war nicht Gegenstand des Verfahrens.

Die Verpflichtung zum Schadenersatz erstreckt sich auch auch auf "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort, der am 14. und 15. Januar 1995 im Fernsehen für die "Focus"-Titelgeschichte "Hamburger Privatbank in Not: Kunden zittern um ihr Geld" geworben hatte. Markwort habe gesagt, "da können viele Menschen ihr Geld verlieren". Das Gericht entschied, mit der Ankündigung auf der Titelseite und Markworts Fernsehwerbung sei der Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt.

"Focus" sei es nicht gelungen, nachzuweisen, dass die Bank damals tatsächlich vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch gestanden habe. Das Landgericht ließ Einspruch beim Hanseatischen Oberlandesgericht zu (AZ: 324 O 968/97).

Markwort kündigte Berufung an. "Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Verfahren zu Gunsten der korrekten und freien Berichterstattung und damit zu Gunsten von 'Focus' entschieden wird." Dem Urteil vom Freitag ist ein seit Jahren andauernder Rechtsstreit vorausgegangen, in dem "Focus" mehrere Teilprozesse gewann.