STEUERSPARMODELLE Monster-Geschäfte
Die Anbieter von Steuersparfonds setzen zum großen Schlussspurt an. Sowohl die jetzige Bundesregierung als auch die Union wollen die zahlreichen Schlupflöcher zur Gegenfinanzierung einer Senkung der Körperschaftsteuer schließen. Deshalb erwarten Branchenexperten in den nächsten Monaten einen Boom bei Steuersparmodellen, der zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe führen wird. »Insbesondere die Anbieter von Medienfonds werden sich sputen«, sagt der Rosenheimer Fondsexperte Stefan Loipfinger. Die Medienfonds finanzieren vor allem Hollywoodfilme, bei denen oftmals die gesamte Bareinlage durch Rücküberweisungen des deutschen Finanzamtes an die Investoren finanziert wird. Verlustzuweisungen von bis zu 180 Prozent, bezogen auf das Anlegerkapital, sind möglich. Hannover Leasing finanzierte Teil 2 und 3 von »Herr der Ringe«, »Monster« mit Oscar-Preisträgerin Charlize Theron kam vom VIP Medienfonds aus München. Auch die Anbieter von Windkraft- und Solarfonds können mit hohen Steuerersparnissen werben. Der Absatz wird wohl Rekordniveau erreichen, weil vielen Anlegern schwant, dass manches Steuerschlupfloch spätestens ab Ende des Jahres verstopft sein wird. Dass die Fonds Gewinne abwerfen, ist übrigens trotz Steuervorteilen keineswegs sicher.