Moody's-Herabstufung: Der tiefe Fall der Telekom - DER SPIEGEL
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Moody's-Herabstufung Der tiefe Fall der Telekom

Erstmals hat Moody's die Kreditwürdigkeit der Deutschen Telekom in die Kategorie "negativ" einsortiert. Der Kurs der T-Aktie fiel daraufhin um mehr als vier Prozent auf ein neues Allzeit-Tief. In einer ersten Stellungnahme wehrte sich der hoch verschuldete Konzern gegen die schlechte Einschätzung der Ratingagentur.
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London - Die Ratingagentur Moody's Investors Service hat ihren Ausblick für die Deutsche Telekom   und deren Tochter Deutsche Telekom Finance B.V. von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Gleichzeitig bestätigte Moody's das langfristige Rating der Telekom mit "Baa1" . Der Ausblick für die US-Mobilfunktöchter VoiceStream Wireless und Cook Inlet/VoiceStream wurde gleichfalls von "stabil" auf "negativ" reduziert.

Moody's habe die Herabstufung des Ausblicks vorgenommen, da sie befürchte, dass sich die Trends in der Telekommunikationsbranche ändern werden, hieß es zur Begründung. So könnten die Wachstumsraten im Festnetzbereich sinken. Möglicherweise werde es sogar einen Rückgang des Aufkommens geben. Vor diesem Hintergrund betonte Moody's den Umstrukturierungsbedarf bei der Deutschen Telekom. Der Konzern müsse sich darauf konzentrieren, weiter einen hohen Cashflow aus dem Festnetzgeschäft zu erwirtschaften. Und das in einer Phase, in der das Unternehmen ohnehin schon umfassende Veränderungen durchmache und vor der Herausforderung stehe, seinen Schuldenberg von 67 Milliarden Euro abzubauen.

Ein Telekom-Sprecher widersprach der Einschätzung der Ratingagentur: "Wir sehen die Weichen für eine Steigerung des operativen Ergebnisses und des Umsatzes im Festnetz gestellt." Die Börse reagiere sehr nervös und übersehe dabei, dass die Deutsche Telekom im Festnetz mit ISDN und DSL gleich zwei Erfolgsgeschichten aufzuweisen habe.

T-Aktie und Telekom-Anleihen brechen ein

Kurz nach Bekanntwerden der Herabstufung war der Kurs der Telekom-Aktie   auf ein Rekordtief abgesackt. Er ging um 4,2 Prozent auf 11,93 Euro zurück.

Bereits am Vortag war die T-Aktie stark unter Druck geraten, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal tiefrote Zahlen berichtet hatte. Der Konzernverlust hatte sich von 358 Millionen Euro im ersten Quartal 2001 auf nunmehr 1,8 Milliarden Euro verfünffacht. Im umsatzstärksten Bereich T-Com, der für das Festnetzgeschäft zuständig ist, war das Ergebnis vor Steuern um fast 50 Prozent auf 694 Millionen Euro eingebrochen.

Nervöse Stimmung

Chris Oliver Schickentanz von Dresdner Bank Anlagemanagement führte den Kurseinbruch der Deutschen Telekom auf das Zusammenwirken von Quartalsbericht und der Herabstufung zurück. Der Markt sei im Moment für jede schlechte Nachricht sehr empfänglich.

"Wir haben im Moment eine sehr nervöse Stimmung, sowohl was den Sektor Telekommunikation, als auch was das Unternehmen Deutsche Telekom angeht", sagte Schickentanz. Das Betriebsergebnis sei eine Enttäuschung. Ausgerechnet im Festnetzgeschäft, der wichtigsten Cash-Cow des Unternehmens blieben die Ergebnisse deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Rolf Drees von der Fondgesellschaft Union Investment erklärte: "Wir machen uns ehrlich Sorgen, was die Frage der Strategie bei der Telekom angeht." Der Bonner Telekommunikationsriese lege zu wenig Gewicht auf Profitabilität.

Auf Grund der Abstufung notieren die in Euro lautenden Anleihen der Deutschen Telekom schwächer. Der Renditevorteil der bis 2006 laufenden Bonds stieg gegenüber Bundesanleihen um 25 Basispunkte. Die bis 2001 datierte Anleihe legte um zehn Basispunkte zu. Analysten und Händler zeigten sich erstaunt über die Ankündigung von Moody's. Die Preisfestsetzung der bevorstehenden neuen Emission der Deutschen Telekom müsse überdacht werden, forderten sie. Die Anleger, die sich bereits zum Bezug der neuen Anleihe bereit erklärt hätten, müssten noch einmal kontaktiert werden. Sie sollten gefragt werden, ob ihre Gebote weiterhin Bestand hätten, sagte BNP-Paribas-Analyst Rick Deutsch.