Moskau-Kredit: Deutsche geben nach
Im Hause der Deutschen Bank in Düsseldorf verabredeten Donnerstag vergangener Woche ein Dutzend Bankiers endgültig ihr Angebot für das größte Kreditabkommen der deutschen Nachkriegszeit. Zur Finanzierung des Gas-Röhren-Geschäfts mit der Sowjet-Union bieten die deutschen Geldverleiher Moskau einen Zehn-Milliarden-Mark-Kredit über eine Laufzeit von zehn Jahren zum Zinssatz von 7,75 Prozent. Weitere zwei Prozent müssen die industriellen Vertragspartner der Russen zahlen: der Rohrlieferant Mannesmann und die Gas-Abnehmer Ruhrgas AG. Dafür darf Mannesmann Rohre für eine 5000 Kilometer lange Gas-Pipeline aus Sibirien liefern. Die Ruhrgas führt ein Konsortium, das den Russen jährlich 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas abnimmt. Die Ruhr-Konzerne können nach der endgültigen Kreditzusage nun mit Preisverhandlungen für Röhren und Erdgas beginnen, wenn die russischen Unterhändler zu einem dreitägigen Besuch diese Woche nach Düsseldorf kommen. Fünf der rund 20 westdeutschen Banken hatten ursprünglich 10,25 Prozent für den Kredit verlangt. Erst als eine französische Banken-Gruppe den Deutschen das Geschäft abzujagen drohte, gaben die Banker nach: Die Franzosen offerierten, mit Hilfe staatlicher Subventionen, einen Zins von 7,5 Prozent.