Motorola: Erstmals rote Zahlen - DER SPIEGEL
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Motorola Erstmals rote Zahlen

Der zweitgrößte Handy-Hersteller der Welt musste zum ersten Mal seit 15 Jahren Verluste melden. Seit der letzten Gewinnwarnung hat sich die Lage nochmals verschlechtert.
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Chicago - Alle Unternehmenssparten seien von der schwächeren US-Konjunktur betroffen, teilte Motorola am Dienstag nach Börsenschluss mit. Der Verlust im ersten Quartal beträgt 206 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie. Die Mehrzahl der Analysten war von einem Verlust von sieben Cents pro Aktie ausgegangen.

Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte Motorola noch einen Gewinn von 481 Millionen Dollar oder 21 Cent pro Aktie verbucht. Motorola hatte im Februar bereits angekündigt, dass im ersten Quartal 2001 Verluste drohen. Die Erlöse im ersten Quartal sind um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen - stärker als von den meisten Analysten erwartet.

Drastische Umsatzausfälle bei Handys erwartet

Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein hat im Vorfeld vor "niederschmetternden Umsatzausfällen" bei Mobiltelefonen und Halbleitern gewarnt. Sie setzte für diese Geschäftsbereiche von Motorola ein Umsatzminus von 20 bis 30 Prozent an. Der zuständige Analyst erwartete einen Verlust von 0,05 bis 0,10 Dollar je Aktie.

"Motorola befindet sich mitten in einem umfangreichen Umstrukturierungsprogramm, das im zweiten Halbjahr konkrete Auswirkungen haben dürfte", schrieb der Analyst. Seine Anlageempfehlung lautet "Halten".

Merrill Lynch warnte davor, dass die Erholung der Halbleiterkonjunktur länger auf sich warten lassen könnte. Das Investmenthaus verwies zudem auf den langsameren Aufbau von Mobilfunknetzen der nächsten Generation und das niedrigere Mobilfunk-Kundenwachstum in den USA.

"Lage seit Gewinnwarnung hat sich verschlechtert"

Ende Februar diesen Jahres hatte das Unternehmen davor gewarnt, dass die Umsatz- und Ergebnisziele für das erste Quartal nicht erreicht würden. Ursprünglich war Motorola davon ausgegangen, im ersten Quartal einen Gewinn von 0,12 Dollar bei einem Umsatz von 8,8 Milliarden Dollar zu erreichen. Seitdem habe sich die Geschäftslage des Unternehmens scheinbar weiter verschlechtert, warnten die Analysten von Bank of America Securities, die den Titel dennoch mit "Kaufen" einstuften.

Auf der Cebit in Hannover hatte Chief Operating Officer Bob Growney erklärt, er rechne damit, dass das Unternehmen im ersten Vierteljahr 2001 einen operativen Verlust ausweisen müsse. Im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen will das Unternehmen nach eigenen Angaben 22.000 seiner weltweit 147.000 Beschäftigten entlassen.