Motorola: Zufriedenheit trotz Verlust - DER SPIEGEL
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Motorola Zufriedenheit trotz Verlust

Motorola, der zweitgrößte Handy-Hersteller der Welt, ist im zweiten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Auch der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr dramatisch zurück. Trotzdem übertraf der Elektronikriese die Erwartungen der Analysten.
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Schaumburg - Insgesamt belief sich der Verlust im zweiten Quartal 2002 auf 2,3 Milliarden Dollar oder 1,02 Dollar je Aktie, wie Motorola am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Das Unternehmen hatte in der entsprechenden Vorjahreszeit rote Zahlen von 759 Millionen Dollar oder 35 Cent je Aktie geschrieben. Auch der Quartalsumsatz ging zurück: Gegenüber dem zweiten Quartal 2001 fiel er um elf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar.

Der Verlust ist insbesondere auf Sonderbelastungen in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar zurückzuführen, die der Elektronikriese im vergangenen Jahr verbuchen musste. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (527 Millionen Dollar) bedeutet das einen Anstieg um mehr als das Vierfache. Sie entfielen auf Abschreibungen von Vermögenswerten und Investments, nicht eintreibbare Finanzforderungen, Kosten für Arbeitsplatzstreichungen und andere Faktoren.

Dennoch sieht Motorola-Chef Christopher B. Galvin Grund zur Zufriedenheit. Der Bestand an liquiden Mitteln habe sich um rund 500 Millionen Dollar auf 6,5 Milliarden Dollar verbessert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen Ende Juni 1,5 Milliarden Dollar. Damit habe das Unternehmen die Stabilisierung der finanziellen Situation fortgesetzt, sagte Galvin.

Ohne die Sonderaufwendungen habe Motorola sogar einen Gewinn von zwei Cent je Aktie erzielt nach einem Verlust von 11 Cent je Aktie im Vorjahr. Damit übertraf Motorola die Erwartungen der Analysten, die in einer von First Call ermittelten Prognose mit einem Verlust von 0,04 Dollar gerechnet hatten.

Zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr äußerte sich Galvin allerdings vorsichtig. Prognosen seien wegen der Marktbedingungen weiter schwierig. Dennoch hält der Motorola-Chef an der Ende Juni abgegebenen Prognose fest und erwartet einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von vier Cent. Der Umsatz soll um fünf bis zehn Prozent sinken. Motorola ist den Worten Galvins zufolge nach dem Konzernumbau und dem Stellenabbau bestens für einen Aufschwung gerüstet. Motorola hatte Ende Juni angekündigt, weitere 7000 Stellen abzubauen.