Müde Sieger Google- und Apple-Aktien auf Abwärtskurs
New York - Am Montag noch hatte der Kurs der Google-Aktie erst ein neues Hoch von 431,24 Dollar verzeichnet. Nun sank er auf 404,9 Dollar - ein herber Schlag für die verwöhnten Google-Investoren. Seit dem Start des Papiers an der Börse vor 15 Monaten hatte sich der Kurs verfünffacht - die Aktie war damals mit 85 Dollar ins Rennen gegangen.
Auch Börsenstar Apple musste diese Woche erstmals seit langem einstecken. Das Papier hatte in den vergangenen 15 Monaten um 350 Prozent an Wert zugelegt und am Montag noch einen Kurs von 71,07 erreicht. Gestern sank der Kurs auf 67,82 Dollar zum US-Börsenschluss.
Die Papiere des Google-Konkurrenten Yahoo hatten schon im vorbörslichen Handel 1,52 Prozent auf 39,58 Dollar verloren: Die UBS hatte das Internetunternehmen zuvor von "Buy" auf "Neutral" abgesenkt. Die Experten von Legg Mason hatten ihre Anlageempfehlung einige Tage zuvor ebenfalls herabgestuft. Auch bezüglich der Google-Aktien hatten sich Analysten Anfang der Woche erstmals zurückhaltend geäußert.
Investoren wollen sich von den schmerzhaften Einbrüchen jedoch nicht irritieren lassen. Dass sei nicht das Ende der unglaublichen Erfolgsgeschichte der Internet- und Computer-Unternehmen. "Eins habe ich über die Jahre gelernt: Selbst wenn die Papiere zehn oder 15 Prozent an Wert verlieren, das tut zwar weh. Aber wenn Du dann verkaufst, dann viel Glück bei dem Versuch, zu einem guten Preis wieder einzusteigen", sagte Bob Turner, Chairman von Turner Investment Partners Inc.
Es gebe zwei Regeln, sagte Turner, dessen Firma Aktieninvestitionen im Wert von 18 Milliarden Dollar verwaltet. "Erstens: Verkaufe sofort, wenn es Zweifel gibt, die den Gewinn betreffen", erklärte er. "Aber lass die Gewinner laufen."
Die Investoren beweisen besonders in die Potentiale von Google erstaunliches Vertrauen. Selbst nach der Abwertung diese Woche lag die Bewertung des Unternehmens noch 47-mal höher als sein voraussichtlicher Gewinn 2006. Doch die zukünftigen Erträge des Unternehmens halten Experten nach wie vor für enorm. Die Tatsache, dass Jugendliche inzwischen mehr Zeit am Computer als vor dem Fernseher verbringen, spräche beispielsweise sehr für die Suchmaschine, hieß es gestern am Markt.
Apple genieße wegen seiner breiten Palette an Erfolg versprechenden Produkten, wie dem Nano- und dem Video iPod, weiter die Unterstützung der Anleger. Die Einbrüche der Aktienkurse diese Woche ließe sich vielleicht dadurch erklären, dass einige Investoren angesichts nicht vorhandener Erfolgsmeldungen aus beiden Unternehmen verschreckt worden seien, mutmaßte ein Börsenexperte.