München: Tausende demonstrieren gegen Transrapid - DER SPIEGEL
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München Tausende demonstrieren gegen Transrapid

Das Lieblingsprojekt vom früheren Landesvater Stoiber kommt nicht bei allen Münchnern an. Aus Protest gegen die geplante Transrapid-Trasse sind etwa 13.000 Gegner des Projektes durch München gezogen. Die neue Landesregierung verteidigt das Projekt - aber ohne Herzblut.
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München - Die Teilnehmerzahl der Kundgebung übertraf sogar die Erwartungen der Veranstalter, die auf bis zu 10.000 Menschen gehofft hatten. Mit Trillerpfeifen, Trommeln und Transparenten und Aufschriften wie "Bus und Bahn für alle statt Transrapid für wenige" und "Transbankrott" zogen am Samstag die Demonstranten vom Stachus in Richtung Marienplatz. Die Veranstaltung unter dem Motto "Transrapid in die Tonne" wurde von Parteien, Naturschutzverbänden und Gewerkschaften unterstützt.

Der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget rief die Bevölkerung dazu auf, die Kommunal- und Landtagswahlen 2008 zu einer Volksabstimmung über dieses "unsinnige Milliarden-Projekt" zu machen. Er sagte auf der Abschlusskundgebung auf dem Marienplatz, der Transrapid sei von geringem Nutzen, dafür laut und städtebaulich problematisch. "Es gibt bessere und preiswertere Alternativen anstelle dieser Vergeudung von Milliarden Steuergeldern", so der SPD-Politiker.

Die Gegner der Transrapid-Trasse vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen fürchten ausufernde Kosten. Bislang veranschlagt die Staatsregierung in Bayern 1,85 Milliarden Euro für das Projekt. Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) betonte in einem Interview mit den "Nürnberger Nachrichten", er habe eine "glasklare Linie" eingezogen. "Ich will den Transrapid, aber nicht zu jedem Preis. Ich bin ein Mensch, der mit Geld umgehen kann." Mit ihm werde es keinen Vertrag geben, in dem eine Preissteigerung akzeptiert werde.

Zugleich wies er darauf hin, dass für den Transrapid eine "völlige Sonderfinanzierung" vorgesehen sei, die nicht zulasten anderer Verkehrsprojekt gehe. Eine Expressbahn würde laut Beckstein ebenfalls einen Milliardenbetrag kosten, der aber allein aus den Verkehrstöpfen finanziert werden müsste, um die viele Projekte auch in Bayern konkurrierten.

Finanzminister Erwin Huber (CSU) betonte anlässlich der Demonstration, die fehlende Fernverkehrsanbindung sei im Vergleich mit anderen europäischen Luftverkehrsdrehkreuzen eine Schwachstelle des Münchner Flughafens. Der Transrapid sei "die große Chance", diese Schwachstelle zu beseitigen.

Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) verwies darauf, dass nahezu alle "zukunftsweisenden" Entscheidungen bisher mit anfänglichen Widerständen verbunden gewesen seien, die oft auf auf falschen oder fehlenden Informationen beruhten. Das Projekt sei verkehrs-, industrie- und umweltpolitisch "die beste Lösung für die Menschen, die Wirtschaft und unseren Standort".

Von Petr Jerabek, ddp