Munteres Börsenleben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 31 / 120

PLEITE-AKTIEN Munteres Börsenleben

• aus DER SPIEGEL 14/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach der Insolvenz der Philipp Holzmann AG rückt deren Aktie ins Visier der Zocker. Denn mit nichts lässt sich leichter Geld gewinnen - oder verlieren - als mit einer Pleite-Aktie. Die Papiere führen ein munteres Börsenleben, und jede positive Spekulation treibt den Kurs nach oben, oft sogar in Schwindel erregende Höhen. So kletterten die Aktien der in Konkurs gegangenen Bremer Vulkan AG im Frühjahr 1997 binnen drei Tagen um 300 Prozent - nachdem der Bremer Finanzsenator verkündet hatte, er führe Gespräche mit Investoren, die er allerdings nicht nennen wollte. Zwei Jahre später folgte, wieder auf Grund von Gerüchten, ein Anstieg in gleicher Höhe. Aber auch bei der Stahlgießerei Grossmann, dem Bauträger Günther & Sohn sowie der Sachsenmilch AG schwankten die Kurse seit dem Konkurs bis zu 700 Prozent. Anleger, die sich von derart riskanten Papieren nicht abschrecken lassen, sollten die Aktien in jedem Fall schnell verkaufen, sobald sie tatsächlich ins Plus rutschen. Denn nachhaltig waren die Kurssteigerungen so gut wie nie.

Zur Ausgabe
Artikel 31 / 120