Musikindustrie: Napster lockt mit Milliarden-Einigung - DER SPIEGEL
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Musikindustrie Napster lockt mit Milliarden-Einigung

Napster und Partner Bertelsmann wollen eine Klage gegen die Musiktauschbörse im Internet verhindern: Sie bieten den amerikanischen Plattenfirmen eine Milliarde Dollar an.
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San Francisco - Napster legte einen Vorschlag für einen außergerichtlichen Vergleich vor. Das Partnerunternehmen von Bertelsmann will den fünf großen Plattenfirmen Sony, Warner, BMG, EMI und Universal über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 150 Millionen Dollar für Urheberrechte an Musikstücken zahlen, die über das Computernetz der Napster-Nutzer getauscht werden. Zusätzlich sollen 50 Millionen Dollar jährlich für unabhängige Platten-Labels bereit gestellt werden.

Begleitet von Napster-Gründer Shawn Fanning und Bertelsmann-Managern sagte Firmenchef Hank Barry bei der Vorstellung des Vorschlags: "Wir sollten uns alle zusammensetzen und diesen Fall so schnell wie möglich lösen." Von den fünf Klägern hat bisher allein BMG, die Bertelsmann Music Group, ihre Klage zurückgezogen, nachdem Bertelsmann im Herbst vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit Napster eingegangen ist.

Die Plattenindustrie reagierte zurückhaltend. RIAA, Der Verband der Schallplattenbranche Amerikas, forderte Napster auf, zunächst die jüngste Anordnung des Bundesgerichts in San Francisco zu befolgen. Dieses hatte am Montag vergangener Woche entschieden, dass Napster den bislang unbeschränkten Tausch von urheberrechtlich geschütztem Material unterbinden muss. "Dieser Weg würde produktiver sein als der Versuch, Geschäftsverhandlungen über die Medien aufzunehmen", sagte RIAA-Präsident Hilary Rosen.

Das juristische Verfahren liegt jetzt wieder bei der zuständigen Bezirksrichterin Marilyn Hall Patel, die ihre im Sommer 2000 ergangene Verfügung zur sofortigen Schließung von Napster überarbeiten soll. Bertelsmann hatte nach dem Urteil erklärt, die Inhaber von Urheberrechten sollten künftig honoriert werden. Zugleich solle Napster in die Lage versetzt werden, Millionen von Musikliebhabern einen erstklassigen Filesharing-Dienst anzubieten.

Die sich in an das Napster-Netz einklinkenden Internet-Nutzer tauschen pro Sekunde bis zu 10.000 Musikdateien aus. Der bisher freie Tauschring soll nach den Plänen von Bertelsmann in ein kostenpflichtiges Abonnement-System umgewandelt werden.