Musterbeispiel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 22 / 78

Musterbeispiel

• aus DER SPIEGEL 1/1973
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Antitrust-Verfahren gegen führende US-Pharmafirmen hat dazu geführt, daß jetzt erstmals Tausende amerikanischer Kleinverbraucher finanziell entschädigt werden. Dreizehn Jahre lang -- von 1954 bis 1966 -- hatten die Chemiegesellschaften American Cyanamid, Pfizer, Bristol-Myers, Olin Corp. und Upjohn Co. nach gemeinsamer Absprache überhöhte Preise für das antibiotische Arzneimittel Tetracyclin festgesetzt (30,60 Dollar für 100 Kapseln statt 7,50 Dollar). Sie wurden deshalb von 43 Bundesstaaten und 18 Gemeinden auf Schadenersatz verklagt. 1969 erklärten sich die Firmen in einem Vergleich zur Zahlung von 82 Millionen Dollar (264,2 Millionen Mark) bereit. Staatliche und private Verbraucheranwälte starteten daraufhin eine Aufklärungskampagne für alle Tetracyclin-Käufer. Ergebnis: 40 000 Geschädigte erhalten jetzt Schecks, deren Höhe von nur wenigen Cents bis zu 11 000 Dollar reicht. Anwalt David I. Shapiro: »Dies ist ein Musterbeispiel für künftige Fälle.«

Zur Ausgabe
Artikel 22 / 78