Mut zum Luxus Swatch attackiert Rolex
Genf - Swatch-Chef Nick Hayek fehlt es nicht an Selbstbewusstsein. "Wir wollen in jedem Segment die Nummer eins sein, erklärte der Swatch-Chef jetzt dem "Handelsblatt". "Im Niedrigsegment sind wir das mit Swatch, im mittleren Bereich spielen wir mit Tissot vorne mit. Im oberen Segment werden wir Omega noch stärker positionieren." Dabei hat sich der Uhrenhersteller, der bisher vor allem durch seine grell gestalteten Plastikmodelle bekannt ist, einen mächtigen Gegner ausgesucht: Die Swatch-Marke Omega solle als direkte Konkurrenz zum legendären Luxus-Uhrenhersteller Rolex und auch zu den starken Luxus-Marken des Richemond-Konzerns aufgebaut werden, schreibt das Blatt.
Hayek setzt große Stücke auf Omega - immerhin kann die Marke mit einer Wachstumsrate von 20 Prozent und einem Umsatz von mehr als 650 Millionen Euro 2005 aufwarten: "Das ist eine Marke, die sich bewegt. Die, die sich nicht bewegen, fallen zurück", erklärte Hayek, ohne allerdings Rolex ausdrücklich zu erwähnen.
In den USA will Swatch außerdem ein Joint Venture mit der Uhrenhandelskette Tourneau eingehen. Geplant sind Läden in verschiedenen Luxus-Einkaufszentren in den USA. "Luxus-Outlet-Geschäfte sind der neue Trend und wir sind glücklich, damit in den USA neu zu starten", sagte Hayek.
Neben dem Fokus auf das Luxussegment will Swatch außerdem auch seine führende Stellung im Zuliefergeschäft ausbauen. Die Swatch-Tochterfirma Nivarox, die Spiralen und Anker herstellt - das Herz aller Mechanischen Uhren - beliefert schon jetzt 90 Prozent der Schweizer Uhrenhersteller. Auch insgesamt kann sich der Konzern über seine Geschäfte nicht beklagen: Im letzten Jahr steigerte Swatch seinen Umsatz um 8,3 Prozent auf drei Milliarden Euro. Der Gewinn erhöhte sich um rund 17 Prozent auf fast 490 Millionen Euro. Mit fast 1,4 Milliarden Euro an liquiden Mitteln könnte die Gruppe leicht zahlreiche Zukäufe tätigen - allein: Im recht kleinen Markt an Luxusherstellern gibt es nichts Lohnendes zu kaufen, räumte Hayek ein.
ase/Reuters