Nach Combino-Flop: Bei Siemens drohen neue Einschnitte - DER SPIEGEL
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Nach Combino-Flop Bei Siemens drohen neue Einschnitte

Nach dem Debakel mit der Pannen-Straßenbahn Combino muss die Bahntechniksparte bei Siemens sparen. Ein besonders problemreicher Bereich könnte verkauft werden - betroffen wären Mitarbeiter an fünf deutschen Standorten.
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München - Ein Siemens  -Sprecher bestätigte, der Konzern prüfe, "wie der Geschäftsbereich Fahrleitungsbau bei einem veränderten Marktumfeld in Deutschland erfolgreich weiter geführt werden kann". Beschlüsse gebe es noch nicht.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte zuvor gewarnt, Siemens plane, sich von dem Bereich zu trennen. Im Fahrleitungsbau, der zur Bahntechnik-Sparte gehört, sind in Essen, Halle, Hannover, Karlsruhe und Leipzig nach Gewerkschaftsangaben rund 400 Menschen beschäftigt.

Ausgliederung in Bremen ab Oktober

Die IG Metall meldete unter Berufung auf "unterrichtete Kreise", die Fahrleitungsbau-Sparte solle zunächst ausgegliedert und dann für einen Käufer oder Partner "schön gemacht" werden. Dies werde wohl auf eine Senkung der Gehälter und Spesen und Personalabbau hinauslaufen.

Die Bahntechniksparte steht derzeit wegen Problemen bei den fehlkonstruierten Combino-Straßenbahnen unter Druck und musste jüngst wegen der Kosten der Pannenserie rund 300 Millionen Euro zurückstellen. Neben dem IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) ist der Bahntechnik-Bereich der einzige der 13 Siemens-Geschäftsfelder, der im abgelaufenen Geschäftsquartal Verluste verbuchte.

Die Pläne mit dem Fahrleitungsbau werden der Gewerkschaft zufolge damit begründet, dass die Sparte nicht konkurrenzfähig sei. Die Konkurrenz sei pro Mitarbeiter um etwa 1000 Euro monatlich billiger, arbeite nach 40-Stunden-Woche und mit pauschalen Spesensätzen.

Die IG Metall teilte außerdem mit, dass die Verhandlungen zur Ausgliederung des Bremer A&D-Werkes von Siemens mit seinen etwa 450 Mitarbeitern abgeschlossen seien. Das Bremer Werk, dass noch zum Siemens-Automatisierungs-Bereich A&D (Automation and Drives) gehört, heißt ab Oktober mdexx Magnetronic Devices

Siemens hatte diesen Sommer mit längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich in zwei deutschen Handywerken eine bundesweite Diskussion über die 40-Stunden-Woche ins Rollen gebracht.