Nach Fusionsdebakel: Brau und Brunnen jetzt mit Plan B - DER SPIEGEL
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Nach Fusionsdebakel Brau und Brunnen jetzt mit Plan B

Katerstimmung bei Brau und Brunnen nach der geplatzten Fusion mit der Bayerischen BrauHolding: Auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung geht es für den angeschlagenen Getränkekonzern um die Zukunft.
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Dortmund - "Wir haben Konzepte vorbereitet, falls es nicht zu der Fusion kommen wird, und die müssen nun im Aufsichtsrat verabschiedet werden", sagte Brau-und-Brunnen-Sprecher Klaus Haller am Dienstag. Die Sitzung soll möglicherweise noch in dieser Woche stattfinden.

Die Standorte des angeschlagenen Konzerns sollen möglichst erhalten bleiben. Sie müssten aber auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden, sagte Haller. "Wir können die Absatzverluste im Bierbereich auf Dauer nicht hinnehmen", sagte der Sprecher. Das Geschäftsfeld Bier ist das "Sorgenkind" der Dortmunder. Wegen des rückläufigen Absatzes wird auch im Geschäftsjahr 2000 mit roten Zahlen gerechnet. Die Halbjahreszahlen hatten einen Verlust im Konzern von 18 Millionen Mark ausgewiesen.

Spekulationen um eine Zerschlagung des Unternehmens wies der Sprecher zurück. "Diese Gerüchte gibt es schon lange und wir halten immer dagegen. Auch die HypoVereinsbank will keine Zerschlagung", sagte Haller. Die Bank ist bei Brau und Brunnen mit 55 Prozent Mehrheitsaktionär. "Wir unterstützen die Sanierungsbemühungen des Brau- und Brunnen- Vorstandschefs Rainer Verstynen und werden sie aktiv begleiten", sagte ein Sprecher der HypoVereinsbank in München.

Nach dem geplatzten Zusammenschluss fand am Dienstag bereits ein personeller Wechsel statt. Jörg Aldenkott, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei der zum Brau-und-Brunnen-Konzern gehörenden Union Ritter Brauerei verlässt das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen zur künftigen Geschäftspolitik.

Die Nachfolge Aldenkotts übernehmen Rainer Stranz, bisher zentraler Vertriebskoordinator in der Zentrale von Brau und Brunnen, sowie Heinz Hoffmann, bisher Geschäftsführer für Technik, Produktion und Verwaltung bei der Union Ritter Brauerei. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Verstynen wird im Konzern verbleiben.

Der Dortmunder Konzern vertreibt eine große Anzahl verschiedener Biersorten - darunter "Jever" und "Schultheiss", aber auch sehr kleine Marken wie "Engelhardt" oder "Tivoli". Dazu kommt das profitable Geschäft mit alkoholfreien Getränken, etwa "Apollinaris" und "Schweppes".