Nach Fusionsvotum Carly wird zum Racheengel
Palo Alto - In einer Rundmail an die Mitarbeiter begründete die HP-Chefin die Maßnahme damit, dass der betreffende Mitarbeiter dem Unternehmen durch den Vertrauensbruch einen erheblichen Schaden zugefügt habe. Im März war der Kurs der HP-Aktie eingebrochen, nachdem der Report eines Managers der Service-Division bekannt geworden war, in dem einige Probleme in der Abteilung zur Diskussion gestellt wurden.
Damit scheint die Fahndung nach Verrätern allerdings noch nicht beendet zu sein. Offensichtlich ist Fiorina noch immer auf der Suche nach demjenigen, der ein Telefongespräch zwischen ihr und Finanzchef Bob Wayman abgehört und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte.
Wie die ersten Ermittlungen offensichtlich ergeben haben, scheint die undichte Stelle innerhalb der Firma zu liegen. "Es gibt Anzeichen, dass Waymans Festnetz- oder Mobiltelefon abgehört worden ist. Möglich ist auch, dass man sich Zugang mit Hilfe des Passworts für den Anrufbeantworter beschafft hat", sagte ein interner HP-Ermittler.
Fiorina hatte während des Telefonats mit Wayman die Besorgnis geäußert, dass Großaktionäre wie die Deutsche Bank oder Northern Trust gegen eine Fusion stimmen könnten. Es seien besondere Maßnahmen nötig, um das erwünschte Votum sicherzustellen. Nach der Veröffentlichung äußerte Fusionsgegner Walter Hewlett den Verdacht, dass wenigstens die Deutsche Bank mit finanziellen Versprechen gelockt worden sei. Das HP-Management bestreitet dies energisch.