Nach Kritik Airbus plant Neuauflage des A350
Toulouse Airbus habe die Neuauflage des Langstreckenflugzeugs bereits Mitte April geplant und werde die endgültige Entscheidung noch im Mai treffen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich dabei auf drei nicht näher genannte Informanten.
Airbus hatte Pläne für einen Neubau zu Beginn der Woche noch dementiert. Noch seien keine Entscheidungen gefällt, hatte ein Sprecher des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS am Dienstag der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. EADS hält die Mehrheit der Anteile an Airbus.
Die Entwicklungskosten für das neue Flugzeug sollen dem Bericht zufolge doppelt so hoch sein wie die des bisher geplanten A350. Der A350 ist zwar bereits fertig entwickelt, ist jedoch noch nicht auf dem Markt. Der Bloomberg-Bericht beziffert die Kosten auf umgerechnet fast acht Milliarden Euro.
Das Fachmagazin "Flight International" hatte zuvor berichtet, dass Airbus den Neubau nach heftiger Kritik von Fluggesellschaften erwägt hat. Die bisherigen Pläne für den neuen A350, für den bereits etwa 200 Bestellungen vorliegen, basierten auf dem Langstreckentyp A330. Das neue Modell sollte gegen die 787 ("Dreamliner") des US-Konkurrenten Boeing antreten.
Zahlreiche Fluggesellschaften sollen jedoch dem Bericht von "Flight International" zufolge bemängelt haben, dass das neue Modell im Vergleich zum A330 nicht genügend Änderungen enthalte. Zum Beispiel verwende Airbus beim Bau des Rumpfes keine Faserverbundwerkstoffe wie Boeing bei der 787, die dadurch leichter sei und weniger Treibstoff verbrauche.
Den Informationen zufolge soll die neue Baureihe einen größeren Rumpfdurchmesser, stärkere Triebwerke sowie neue Tragflächen aus Kohlefasern erhalten. Der neu aufgelegte A350 soll deutlich schneller fliegen als bislang vorgesehen.
Dem Bericht nach will Airbus nun drei Typen des Airbus entwickeln, die zwischen 250 und 350 Sitzplätze aufwiesen und neben der 787 auch in Konkurrenz zum Boeing-Modell 777 treten würden. Nach dem zweiten Entwurf enthält der Rumpf demnach ebenfalls Kohlefaserstoffe, wodurch das neue Flugzeug 20 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht als die 777.
ank