Nachfolgediskussion: Bofinger setzt sich für Rürup ein - DER SPIEGEL
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Nachfolgediskussion Bofinger setzt sich für Rürup ein

Früher wurde über solche Fragen diskret in geschlossenen Zirkeln entschieden. Doch die Zeiten haben sich geändert. Über den Nachfolger Wolfgang Wiegards als Chef des Sachverständigenrates wird inzwischen in aller Öffentlichkeit diskutiert. Jetzt meldete sich auch der umstrittene Wirtschaftsweise Peter Bofinger zu Wort.
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Hamburg - Bofinger sprach sich für seinen Kollegen Bert Rürup als neuen Chef des Sachverständigenrates aus. Er würde Rürups Wahl an die Spitze sehr begrüßen, sagte Bofinger der Tageszeitung "Die Welt". Der derzeitige Chef Wolfgang Wiegard hatte vor kurzem sein Ausscheiden aus dem beratenden Gremium der Bundesregierung angekündigt und dies unter anderem mit einem verschlechterten Diskussionsklima durch Bofinger begründet. Auch das Ratsmitglied Wolfgang Franz hatte Bofingers Arbeitsweise öffentlich heftig kritisiert.

Bofinger sagte, er könne die Kritik nicht nachvollziehen. Er habe die Zusammenarbeit ungeachtet von Meinungsverschiedenheiten als "konstruktiv" empfunden. Wiegard und Franz hatten Bofinger vorgeworfen, die Arbeit an dem Herbstgutachten der Sachverständigen mit dem Beharren auf seinen Sonderpositionen behindert zu haben. Die beiden anderen Ratsmitglieder, Rürup und Beatrice Weder di Mauro, hatten sich nicht in den Konflikt eingemischt.

Zugleich betonte Bofinger seine Position zu Gunsten einer verstärkt nachfrageorientierten Politik für mehr Konsum der Bevölkerung. Die inländische Nachfrageschwäche sei seiner Ansicht nach der Hauptgrund für die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland. "Wie soll eine Wirtschaft in Gang kommen, wenn niemand bereit ist, wieder mehr als bisher auszugeben?", argumentiere er.