Nasdaq Jagd auf Technologiewerte
New York - An der New Yorker Wall Street haben die Anleger am Dienstag Jagd auf Technologiewerte gemacht, die in den letzten vier Tagen stark und Druck geraten waren. Die Technologierallye ging auf Kosten der Standardwerte.
Der Nasdaq stieg um 45,38 Punkte oder 1,9 Prozent auf 2441,30, während der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index um 48,80 Punkte auf 10.572,55 fiel, was einen Rückgang um 0,5 Prozent bedeutete.
Händler bezeichneten den Tech-Sektor als ausverkauft. Was 50 Prozent runtergehe, werde irgendwann 50 Prozent zulegen, sage Byron Wien, der bei Morgan Stanley US-Aktien analysiert.
Mehrere Schwergewichte konnten sich deutlich erholen. Microsoft kletterten um 5,87 Prozent, Sun um 4,43 Prozent auf, Oracle verteuerten sich um 5,2 Prozent und Dell Computers legten 3,27 Prozent zu.
Noch kräftiger zogen die Aktien aus dem Internetsektor an. At Home gewannen 21,14 Prozent, eBay 8,98 Prozent, Intershop-Konkurrent BroadVision sprangen 22,41 Prozent in die Höhe.
Yahoo stiegen um 10,8 Prozent. Yahoo wird am Mittwoch nach Handelsschluss seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Von First Call befragte Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 13 Cent und einen Quartalsumsatz von 315 Millionen Dollar. Die Analysten von ABN Amro stuften den Wert am Dienstag von "Zukaufen" auf "Halten" herab. Nach Einschätzung der Experten spiegele sich auch im derzeitigen Aktienkurs nicht der gedämpfte Ausblick beim Gewinn und Umsatz für das laufende Jahr 2001 wieder.
Amazon.com legten nach anfänglichen Verlusten um 9,62 Prozent zu. Das Unternehmen hatte am Montagabend nach Börsenschluss mitgeteilt, dass die Umsätze im vierten Quartal 2000 um 40 Prozent auf rund 960 Millionen Dollar gestiegen seien. Analysten hatten erwartet, dass das Internet-Versandhaus im abgelaufenen Quartal die Schallmauer von einer Milliarden Dollar durchbrechen werde. Der Bruttogewinn werde nach Unternehmensangaben bei über 210 Millionen Dollar liegen, was einem Anstieg von mehr als 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechen würde. Salomon Smith Barney und Goldman Sachs hatten daraufhin den Wert herabgestuft.
Bei den Standardwerten mussten konjunkturabhängige Papiere Federn lassen, darunter der Chemieriese DuPont, der von der Wall-Street- Bank J.P. Morgan herabgestuft wurde. Auch Procter & Gamble mussten einen Teil der Kursgewinne der letzten Tage zurückgeben.