Nato-Auftrag EADS steht vor Milliardendeal
London - Das Militärbündnis will voraussichtlich seine neuen Überwachungsflugzeuge bei einem von EADS geführten Konsortium bestellen, berichtet die "Financial Times". Die offizielle Entscheidung falle zwar erst im Mai, die Nato-Mitglieder hätten aber nur noch bis Freitag Zeit, Einwände gegen die Vergabe zu formulieren. Das hätten Vertreter der Nato und der beteiligten Unternehmen bestätigt, schreibt die Zeitung.
Der "FT" zufolge unterstützt die USA die Auftragsvergabe, weil unter anderem das US-Unternehmen Northrop Grumman an dem Konsortium beteiligt sei. Der Konzern baut für die US-Luftwaffe bereits das fliegende Bodenüberwachungssystem J-Stars. Mit der Auftragsvergabe an EADS ginge der amerikanische Rüstungskonzern Raytheon allerdings leer aus, der ebenfalls ein Angebot abgegeben hatte. Raytheon hat sich nach Angaben der Zeitung bereits über führende Nato-Beamte beklagt, weil diese dem Druck der US-Regierung nachgegeben haben sollen. "Es scheint, als sei die Entscheidung mit unnötiger Schnelligkeit und Hast durchgedrückt worden", zitiert die "FT" Raytheon-Chef John Cronin.