Streit um Wasserableitung Gefahr für das blaue Herz des Balkans
Fluss Shushica in Albanien
Foto: Florion Goga / REUTERSEs war ein großer Erfolg des Naturschutzes: Im März 2023 wurde in Albanien der Vjosa-Nationalpark gegründet, Europas erstes Wildfluss-Schutzgebiet, das sich 190 Kilometer entlang der Vjosa mit ihren Zuflüssen Drino, Bënça und Shushica zieht. Umweltschützer warnen nun, dass eine von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) geförderte Wasserableitung an der Shushica Teile des Nationalparks gefährden könnte. Die geplante Entnahme von Quellwasser könne »irreversible ökologische Folgen« haben, der Nationalparkstatus für die Shushica sei »gefährdet«, heißt es in einer Stellungnahme europäischer Forscher. Zudem sei die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts »unzureichend, irreführend und falsch«.
Ein Land hakt sich unter
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»Dass dieses Schutzgebiet nach weniger als einem Jahr bedroht wird, und zwar von einem mit deutschem Steuergeld finanzierten Projekt, ist inakzeptabel und beschämend«, sagt Ulrich Eichelmann von der Naturschutz-Organisation Riverwatch. Neun Millionen Euro hat die KfW für die Wasserableitung bereitgestellt. Auch das Western Balkan Investment Framework, in dem etwa die EU und die Weltbank vertreten sind, ist beteiligt. Die KfW verteidigt das 2022 gestartete Vorhaben. Studien hätten »keine nachteiligen Auswirkungen« auf die Shushica gezeigt. Allerdings sei »in Anbetracht der zwischenzeitlichen Etablierung des Vjosa-Nationalparks« eine Zusatzstudie beauftragt worden. Man habe dem Projektträger »Albanian Development Fund« empfohlen, die Arbeiten ruhen zu lassen, bis die neuen Studienergebnisse vorliegen.