Nebentätigkeit: Gabriel war Gesellschafter bei PR-Firma - DER SPIEGEL
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Nebentätigkeit Gabriel war Gesellschafter bei PR-Firma

Niedersachsens SPD-Fraktionsvorsitzender Sigmar Gabriel war bis Ende vergangenen Jahres Gesellschafter einer PR-Firma in Halle. Auch wegen eines gut dotierten Beratervertrags beim Volkswagen-Konzern steht der Ex-Regierungschef weiter in der Kritik.
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Goslar - Diese Nebentätigkeiten habe Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) als absolut einwandfrei bewertet, sagte Gabriel (SPD) am Samstag. Er bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom selben Tag, wonach er bis Ende 2004 an der Firma Strunz & Friends Marketing GbR beteiligt war. Namensgeber der Firma ist der Ex-Fußballnationalspieler und heutige VfL-Wolfsburg-Manager Thomas Strunz Bei der PR-Firma habe er jedoch keine Rolle gespielt und auch kein Geld verdient, beteuert Gabriel.

"Da wird ein Vorgang skandalisiert, der nach Aussage des Landtagspräsidenten absolut einwandfrei ist", sagte Gabriel. Er habe über die erforderlichen Transparenzregeln hinaus seine Beteiligungen veröffentlicht. Bei Strunz & Friends habe er "keinen Cent verdient und niemals eine Funktion wahrgenommen. Ich habe lediglich ein paar Freunden beim Start ihres Unternehmens geholfen." Ende 2004 sei er dort wieder ausgestiegen. Am 29. Oktober 2003 habe er Gansäuer beide Beteiligungen gemeldet. Dieser habe ihm geantwortet, dass die Gesellschaftertätigkeiten nicht veröffentlichungspflichtig seien, da Gabriel keine geschäftsführende Funktion wahrnehme.

Wegen seines Beratervertrages mit dem Volkswagen-Konzern steht Gabriel weiter im Kreuzfeuer der Kritik. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, David McAllister, warf ihm vor, dem Ansehen von Politik und Wirtschaft geschadet zu haben.

McAllister zeigte sich in einem Interview mit NDR Info sehr enttäuscht über das Verhalten des SPD-Fraktionschefs. Gabriel habe viel über Transparenz und Offenheit geredet. Jetzt stelle sich heraus, dass er die selbst so hoch gesetzte moralische Messlatte im ersten Anlauf gerissen habe, sagte der CDU-Politiker. Gabriels politische Glaubwürdigkeit sei beschädigt. Die scheibchenweise Wahrheitsfindung bezeichnete McAllister als ärgerlich.