Nervöse Börse: "Derzeit wird das Negative gesucht" - DER SPIEGEL
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Nervöse Börse "Derzeit wird das Negative gesucht"

Nach der Talfahrt des Dax hält die Unruhe am Aktienmarkt an. Verstärkt wird sie noch durch die Berichtssaison – einige der wichtigsten Großkonzerne legen in dieser Woche Quartalszahlen vor. Mit besonderer Spannung blickt der Markt auf die Deutsche Bank.
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Frankfurt am Main - Eine klare Richtung im Dax   lässt sich nach Ansicht von Marktstrategen diesmal kaum prognostizieren. Gerechnet wird mit einem Abwärtspotential bis auf 7300 Punkte und einer möglichen Erholung bis auf 7800 Punkten.

"Wir hegen die Hoffnung, dass die Investoren die fundamentale Brille aufsetzen und so die Abwärtsdynamik aus dem Dax genommen wird", sagte Marktstratege Steffen Neumann von der LBBW. Nach den bisher gemischt ausgefallenen Quartalszahlen rechnet er nun mit mehr positiven Überraschungen und erwartet auch auf der US-Seite "robuste Konjunkturdaten". "Das sollte für eine Bodenbildung sorgen", sagte er und hofft dadurch auf neuen Dax-Auftrieb bis auf maximal 7800 Punkte.

Marktstratege Klaus Stabel von ICF-Kursmakler verweist dagegen vor allem auf charttechnische Signale und ist hinsichtlich einer ernsthaften Erholung erst einmal skeptisch. Falls der Dax die Marke von 7490 Punkten nicht nachhaltig überwinde, könne es weiter abwärts gehen, meint er. "Dann gibt es eine nächste Unterstützung erst wieder bei 7300 Zählern", sagte er. Derzeit werde das Negative gesucht und die Krise am US-Hypothekenmarkt sowie die Zunahme von Carry Trades am Währungsmarkt verschärften die Situation, sagte er.

Ganze Batterie von US-Konjunkturdaten

Im Fokus der Anleger dürfte auf der Unternehmensseite daher in der kommenden Woche vor allem die Quartalsbilanz der Deutsche Bank  stehen und die Aussagen des Managements zum Thema Hypothekenkredite. Wenn sich am Mittwoch herausstellte, dass die Deutsche Bank von dieser Problematik auch betroffen sei, dann könnte dies den Markt stark belasten, hieß es. Bei der Postbank   erwarten die Experten am Montag hingegen nichts Spektakuläres. Gerechnet wird mit einer soliden Entwicklung bei Ertrag und Gewinn.

Der Industriegase-Spezialist Linde   dürfte Umsatz und operatives Ergebnis ebenfalls gesteigert haben. Nach den MAN  -Zahlen am Dienstag wird am selben Abend noch die Deutsche Börse  ihre Quartalsbilanz vorlegen. Gerechnet wird mit neuen Rekorden bei Umsatz und Gewinn. Am Mittwoch und Donnerstag dürfte es dann besonders hektisch zugehen. Neben der Deutschen Bank legen zur Wochenmitte noch die Dax-30-Mitglieder Metro  , BASF  , BMW   und Continental   ihre Zahlen vor.

Am Donnerstag stehen mit Ausnahme von Fresenius Medical Care vor allem MDax  -Unternehmen im Blick. Am Freitag wird der Markt schließlich auf Allianz  , Deutsche Post  und die Hannover Rück  schauen.

Mit Spannung werden auch die Konjunkturdaten aus den USA erwartet: Persönliche Ausgaben und Einkommen, der Chicago Einkaufsmanager und Bauausgaben ebenso wie der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe, der Auftragseingang für die Industrie und auch die Arbeitsmarktdaten für den Juli stehen auf der Agenda.

Claudia Kahlmeier, dpa-AFX