Neue AMD-Fabrik Schröder singt die Standorthymne
Dresden - Gerhard Schröder sagte bei der Eröffnung, die Investitionen von AMD zeigten, dass Deutschland ein attraktiver Standort sei. Dresden sei dafür ein eindrucksvolles Beispiel. International tätige Großunternehmen schätzten die hoch qualifizierten Arbeitskräfte, so der Kanzler. Die neue "Fab 36" sei ein technologischer Quantensprung in der Chiptechnologie.
Das zweite AMD-Werk ist das erste zur Fertigung von Mikroprozessoren auf 300-Millimeter-Wafern. Nach einer kontinuierlichen Steigerung sollen in ihm im Jahr 2008 rund 100 Millionen Prozessoren hergestellt werden. AMD-Chef Hector Ruiz schloss nicht aus, dass sein Unternehmen in Zukunft noch ein drittes Werk in Dresden bauen wird.
Wenn die Entwicklung erfolgreich verlaufe und AMD seinen Marktanteil unter den Produzenten von Mikroprozessoren von derzeit zehn Prozent ausbauen könne, müsse überlegt werden, "ob wir unsere Kapazitäten auch über 2008 hinaus erweitern", so Ruiz. Dies sei jedoch noch genauso offen wie die Entscheidung über den Standort.
Ruiz: Keine Angst mehr vor Intel
Dem "Handelsblatt" hatte der AMD-Chef zuvor gesagt, dass "wir in den nächsten drei Jahren mit unseren Prozessoren einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen wollen". Das sei aber nur ein Zwischenschritt, "denn wir möchten noch deutlich stärker werden". Derzeit dominiert Intel den Markt, denn vier von fünf Computern weltweit enthalten Prozessoren des Unternehmens. AMD hat demnach einen Marktanteil von bislang 20 Prozent. Ruiz zeigte sich aber zuversichtlich. "Unsere Produkte kommen bei den Kunden gut an, und wir haben uns in allen Bereichen verbessert", sagte er.
Der Dresdner AMD-Chef Hans Deppe kündigte an, dass im nächsten Jahr insgesamt 3000 Menschen am sächsischen AMD-Standort beschäftigt sein werden. Bereits jetzt habe das Unternehmen knapp vier Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Euro) in Dresden investiert und biete 2700 Menschen einen Arbeitsplatz. Das seien jeweils doppelt so viel wie AMD vor zehn Jahren dem Land Sachsen verbindlich zugesagt habe.
Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt sagte, AMD habe einen Meilenstein gesetzt. Dresden steige zum Chip-Standort Nummer eins in Europa auf. Nach seinen Angaben entstehen neben den 1000 neuen Arbeitsplätzen im Werk weitere 1000 Jobs in der Zulieferindustrie durch den Bau der neuen Fabrik.
Schröder äußerte sich in seiner Rede auch über den Koalitionspoker in Berlin. Eine neue Bundesregierung werde mit gleichem Engagement dafür sorgen, dass "Investitionen in Deutschland, nicht zuletzt in Ostdeutschland, stattfinden können", sagte er.