Neue Daten: US-Wirtschaft noch schwächer als befürchtet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neue Daten US-Wirtschaft noch schwächer als befürchtet

Die US-Regierung hat die Wachstumszahlen der Wirtschaft nach unten korrigieren müssen. Vor allem die Exporte brachen ein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte, wuchs die amerikanische Wirtschaft von Juli bis September im Jahresvergleich lediglich um 2,2 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch 5,6 Prozent betragen.

Noch Ende November war das Ministerium von einem BIP-Zuwachs von 2,4 Prozent ausgegangen. Im Oktober hatte die Behörde sogar noch 2,7 Prozent in Aussicht gestellt. Als Grund für die Korrektur gab die Behörde an, dass vor allem die Exporte und die Investitionen der Industrie im dritten Quartal deutlich geringer waren als zunächst angenommen.

Damit verdichten sich die Hinweise, dass sich der zehnjährige Boom in den USA dem Ende neigt und Europa - wie von Volkswirten und den Regierungen auf dem Kontinent vorhergesagt - aufschließen kann. In Brüssel sagte EU-Wirtschaftskommissar Pedro Solbes, er hoffe auf eine "weiche Landung" der US-Wirtschaft. Es werde immer deutlicher, dass es der europäischen Wirtschaft gut gehe, während sich die US-Konjunktur abkühle. Es sei aber noch unklar, welche Auswirkungen dies auf Europa haben werde. Der Euro konnte bereits profitieren: Er stieg erstmals seit vier Monaten über die Marke von 91 Cent.

Am Dienstag hatten die Währungshüter der US-Notenbank (Fed) bereits gewarnt, dass sich die angeschlagene US-Konjunktur in naher Zukunft noch weiter abkühlen könnte. Darauf deuteten rückläufige Gewinne der Unternehmen, das abnehmende Vertrauen der Verbraucher sowie die Schwäche der Börsen hin. Analysten erwarten daher, dass die Fed Anfang 2001 erstmals wieder die Leitzinsen senkt und der Konjunktur neuen Rückenwind gibt.