Neue Flick-Version
Mit Imagepflege und einer neuen Version ihrer Milliarden-Transaktion versucht der Flick-Clan derzeit bei Bundesbürgern und Finanzbehörden einen besseren Eindruck zu machen. Um einige 100 Millionen Steuern zu sparen, behaupten die Erben des größten deutschen Konzernbastlers, der Verkauf ihres Daimler-Pakets für gut zwei Milliarden an die Deutsche Bank und das Ausscheiden der Flick-Enkel Gert-Rudolf, Friedrich Christian und Dagmar Gräfin Vitzthum hätten rein gar nichts miteinander zu tun. Vorteile dieser Trennung: Wenn Onkel Friedrich Karl (F.K.F.), der neue Alleinherrscher im Hause Flick, glaubhaft machen kann, er habe die gut 700 Millionen Mark Abfindung für die Verwandtschaft aus Krediten und Konzern-Mitteln bestritten, könnte er für den Daimler-Erlös die Steuervorteile des Paragraphen 6 b Einkommensteuergesetz in Anspruch zu nehmen suchen. Würde ihm dieser Paragraph zugestanden, dürfte er die Gelder steuerfrei investieren, wenn er einige Voraussetzungen erfüllt. So müßte sein neues Engagement »volkswirtschaftlich besonders förderungswürdig und geeignet« sein, »die Unternehmensstruktur eines Wirtschaftszweiges zu verbessern«. Gelingt es F.K.F. gar noch, den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Transaktion auf den 1. Januar 1976, also schon in das nächste Jahr, festzulegen, hätte er für seine Neuanlage sogar drei Jahre Zeit, denn der Paragraph 6 b verlangt lediglich, daß die neuen Investitionen zwei volle Kalenderjahre nach der Transaktion beginnen. Würde das Geschäft also auf den Neujahrstag des nächsten Jahres datiert, würde das Finanzamt Flick eine Frist bis zum 31. Dezember 1978 einräumen müssen.