Neue Frankfurter Börse Aktienhandel mit Blaulicht
Frankfurt am Main - Die Frankfurter Börse hat ihr Parkett zurück. In den vergangenen knapp fünf Monaten war der große Handelssaal für über fünf Millionen Euro umgebaut und renoviert worden. Dabei wurden neben dem Boden die Licht- und Klimatechnik modernisiert und neue Arbeitsplätze für die rund 70 Börsenmakler eingebaut.
Die feierliche Wiedereröffnung begann heute mit dem symbolischen Läuten einer historischen Glocke durch den Vorstandschef der Deutschen Börse , Reto Francioni, Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (beide CDU). Francioni würdigte das "zeitgemäße Design" des Saals und sprach von einer "Börse zum Anfassen". Der Umbau sei eine "Investition in den Finanzplatz Frankfurt".
Zum Auftakt präsentierten sich auch die Händler in bester Laune. Der Dax überstieg gleich zu Beginn des Handels die Marke von 7000 Punkten.
Die Börsenmakler im Saal arbeiten künftig in fünf runden und zwei halbrunden Schranken. Dort stellen sie auf Basis des Orderbuchs die Preise fest und nehmen die ihnen erteilten Aufträge entgegen. Von 9 bis 20 Uhr wird hier künftig der Präsenzhandel abgewickelt. Der Großteil der Aktien wird aber längst über das Computerhandelssystem Xetra und nicht mehr auf dem Parkett gehandelt. Doch der Handelssaal ist nach wie vor eine beliebte Kulisse für die Foto- und Fernsehberichterstattung von der Börse. Bis zu sieben Fernsehsender berichten täglich aus dem Saal über das Geschehen am Aktienmarkt. Während der Umbauarbeiten waren Händler und Medien in andere Räume umgezogen.
Die neuen Arbeitsplätze mit einer Front aus beleuchtetem Milchglas sollen den Händlern bessere Arbeitsbedingungen bieten als die Vorgängerausstattung aus den achtziger Jahren.
Das namensgebende Parkett wurde komplett ersetzt. Es besteht jetzt aus kerngeräucherter Eiche. Dabei handelt es nach Angaben der Börse um "ein äußerst robustes und hartes Holz, das sich für starke Beanspruchung bestens eignet".
Einige vertraute Elemente des Börsensaals sind erhalten geblieben, unter anderem die magnetisch gesteuerte Dax-Tafel und das Kursanzeigesystem. Ihr Aussehen und ihr leises Klackern trügen dazu bei, dass sich die Makler und Besucher auf dem Parkett auch im neuen Ambiente heimisch fühlen, betonte der Börsenbetreiber.
kaz/ddp/AP