Neue Geschäfte ADAC will Tankstellen und Banken angreifen
München - Der ADAC sei "mit mehreren Banken im Gespräch", sagte Präsident Peter Meyer auf der Bilanzpressekonferenz des größten europäischen Automobilclubs. Es sei auch denkbar, dass der ADAC für eine eigene Bank gründe. Hintergrund ist das Vorhaben, bei den 14,7 Millionen Mitgliedern künftig auch bei der Finanzierung von Autokäufen, bei Leasinggeschäften oder auch der Finanzierung des Führerscheins mit von der Partie zu sein.
Darüber hinaus erwägt der ADAC offenbar einen Einstieg ins Tankstellengeschäft. "Wir prüfen, ob ein solches Modell wirtschaftlich sinnvoll ist", sagte ADAC-Geschäftsführungs-Mitglied Stefan Weßling gegenüber dem "Tagesspiegel".
Nach den Worten von Weßling könnte ein solches Tankstellennetz durch eine Kooperation mit Tankstellen-Betreibern zustande kommen. Der ADAC führe derzeit Gespräche mit dem niederländischen Automobilclub ANWB - dieser betreibt ein solches Modell seit einigen Jahren.
Das Modell in den Niederlanden: ANWB-Mitglieder bekommen an clubeigenen Automaten-Tankstationen sechs Cent Rabatt pro Liter. Auch in anderen europäischen Ländern gibt es dererlei Modelle. In Ungarn beispielsweise sind auf Vorstoß des ungarischen Autoclubs MAK über 30 Discount-Tankstellen für Clubmitglieder in Betrieb genommen worden. Der österreichische Automobilclub ÖAMTC führt derzeit ebenfalls wie der ADAC Gespräche, ob es ein Netz clubeigener Tankstellen geben wird. Der ÖAMTC will eine Ersparnis von drei Cent pro Liter erzielen.
ADAC-Pressesprecher Peter Hemschik wies allerdings darauf hin, dass das Modell der Club-Tankstellen in Deutschland auf Grund anderer Rahmenbedingungen weitaus schwieriger zu realisieren sei als in den Nachbarländern. Im Klartext: In Deutschland fallen pro Liter Benzin derzeit rund es 75 Prozent Steuern an. Das führt dazu, dass die Margen der Tankstellenbetreiber viel geringer sind als in anderen Ländern. Nach Angaben von Tankstellen-Betreibern bleiben pro Liter nur zwischen 1,5 und drei Cent Gewinn hängen.