Neue Nummer eins: Bosch lässt US-Konkurrenten hinter sich - DER SPIEGEL
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Neue Nummer eins Bosch lässt US-Konkurrenten hinter sich

Dank seiner Präsenz auf Wachstumsmärkten außerhalb Europas ist Bosch 2004 schnell gewachsen - und erstmals zum globalen Spitzenreiter seiner Branche avanciert. Insgesamt hat der Automobil-Zulieferer im vergangenen Jahr 11.000 Jobs geschaffen – davon aber nur einen Bruchteil in Deutschland.
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Stuttgart - "Das Geschäftsjahr 2004 war für uns ein insgesamt gutes Jahr", sagte der seit eineinhalb Jahren amtierende Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung, Franz Fehrenbach, am Donnerstag in Stuttgart. Die Geschäfte seien deutlich besser gelaufen als in den drei Jahren zuvor. Gemessen am Umsatz sei Bosch jetzt der weltweit größte Automobilzulieferer vor dem US-Konkurrenten Delphi.

2004 sei aber mit einem Zuwachs der weltweiten Kraftfahrzeug-Produktion um sechs Prozent ein "Ausnahmejahr" gewesen. Für das laufende Jahr rechne der Konzern mit einer deutlichen Abschwächung des Wachstums.

Der Konzernumsatz sei 2004 um zehn Prozent auf 40 Milliarden Euro gewachsen. Gerechnet hatte Bosch mit einem Plus von neun Prozent. "Erstmals seit 2000 bewegen wir uns wieder oberhalb unseres langfristigen Wachstumspfads von acht Prozent jährlich", sagte Fehrenbach. Das Wachstum sei vor allem von jenseits des Atlantiks gekommen, der Auslandsanteil am Umsatz liege bei mehr als 70 Prozent. Die Automobiltechnik machte mit 25,3 Milliarden Euro Umsatz - einem Plus von sieben Prozent - 63 Prozent vom Konzernumsatz aus. Der Anteil soll zu Gunsten der 2004 stärker gewachsenen Gebrauchsgüter- und Industrietechnik- Sparte nach und nach sinken.

Risiko Rohstoffpreise

Das Ergebnis vor Steuern sei trotz des starken Euro und der Verteuerung der Rohstoffpreise auf gut sechs Prozent vom Umsatz gestiegen, sagte Fehrenbach. Das entspräche nach Berechnungen von der Nachrichtenagentur Reuters rund 2,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die Rendite bei fünf Prozent gelegen. Bosch strebt eine Gewinnmarge von sieben Prozent an, die durch Kostensenkungen und ein rendite-orientiertes Management der Beteiligungen erreicht werden soll. Ob dieses Ziel bereits 2005 erreicht werde, sei fraglich, erklärte Bosch.

Als Belastung für das Renditeziel schätzt Fehrenbach die höheren Rohstoffpreise vor allem für Stahl ein. Wenn Bosch die Kosten nicht vollständig an die Kunden weitergeben könne, werde dies das Ergebnis mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag belasten, hieß es. Bosch beschäftigte Anfang 2005 weltweit 242.500 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wuchs der Mitarbeiterstamm vor allem im Ausland um knapp 11.000 Beschäftigte. In Deutschland soll die Beschäftigtenzahl im laufenden Jahr stagnieren, nachdem sie im abgelaufenen Jahr - auch durch Zukäufe - um 2000 Mitarbeiter zunahm.