Neue Potenzpille: Bayers Angriff auf Viagra - DER SPIEGEL
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Neue Potenzpille Bayers Angriff auf Viagra

Der neue Hoffnungsträger von Bayer heißt Levitra. Das Potenzmittel hat die Zulassung für den wichtigen US-Markt erhalten - und soll bald über eine Milliarde Euro erwirtschaften.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Leverkusen - Levitra soll innerhalb weniger Wochen in allen Apotheken in den USA erhältlich sein. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Genehmigung dazu erteilt, teilte Bayer mit. Die Potenzpille hat der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern gemeinsam mit der britischen GlaxoSmithKline entwickelt und wird laut Bayer-Angaben auch gemeinsam vermarktet.

Levitra ist bisher bereits seit Mitte März in über 50 Ländern zugelassen. Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning erklärte, Levitra habe "das Potenzial, ein neuer Blockbuster zu werden" und könne einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erreichen.

Ursprünglich hatte Bayer bereits im vergangenen Jahr mit der US-Zulassung für Levitra gerechnet, doch die Arzneimittelbehörde FDA hatte zusätzliche Informationen angefordert. Das Medikament mit dem Wirkstoff Vardenafil ist bis auf Weiteres der einzige neue Hoffnungsträger der Pharmasparte des Bayer-Konzerns, der seit dem Rückzug des Cholesterinsenkers Lipobay/Baycol vor zwei Jahren enorm unter Druck steht und sich immer wieder zahlreichen Schadenersatzklagen stellen muss.

Die neue Potenzpille passt der mächtigen US-Konkurrenz überhaupt nicht ins Konzept: Der amerikanische Pharmakonzern Pfizer, Hersteller des Potenzmittels Viagra, hat in den USA eine Klage gegen Bayer eingereicht: Angeblich verletze der Vertrieb von Levitra sein Patent. Kein Wunder, dass Pfizer nervös ist - schließlich könnte das Bayer-Konkurrenzprodukt in einen lukrativen Markt einbrechen: Pfizer setzte mit seinem Verkaufsschlager Viagra vergangenes Jahr weltweit gut 1,7 Milliarden Dollar um.

Neben Viagra gibt es auf dem Markt der Potzenpillen nur noch ein weiteres Konkurrenzprodukt: Cialis vom US-Unternehmen Eli Lilly. Während Viagra bereits seit einigen Jahren erhältlich ist und Pfizer 2002 weltweit einen Umsatz von gut 1,7 Milliarde Dollar einbrachte, ist Cialis bislang allerdings nur in Europa auf dem Markt.

Signifikante Preisunterschiede zwischen den drei Medikamenten, die zur gleichen Wirkstoffklasse gehören, bestehen zumindest in Deutschland nicht. Bayer wirbt unter anderem damit, dass Levitra besonders gut verträglich und auch für Diabetiker geeignet sei.