Neue Stellen US-Arbeitsmarkt besser als erwartet
Washington - Mit dem Stellenzuwachs haben sich Befürchtungen zerschlagen, der Arbeitsmarkt könnte trotz der sich mehrenden Anzeichen für eine Konjunkturerholung schwach bleiben. Volkswirte zeigten sich erleichtert angesichts der positiven Zahlen. Mehr Stellen seien insbesondere in der Privatwirtschaft und hier vor allem im Dienstleistungsbereich geschaffen worden.
Dagegen seien im öffentlichen Dienst sowohl auf Bundes- als auch auf kommunaler Ebene weiterhin Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,1 Prozent unverändert, während Analysten einen Anstieg auf 6,2 Prozent erwartet hatten. Die Aktienmärkte beiderseits des Atlantik und der Dollar reagierten mit kräftigen Kursgewinnen auf den Stellenzuwachs.
Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte im vergangenen Monat um 57.000. Im August war sie noch um 41.000 gesunken, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag mit. Analysten hatten auch für den September im Schnitt mit einem Stellenminus von 30.000 gerechnet.
Analyst warnt vor voreiligen Schlüssen
"Das sind ganz klar sehr gute Nachrichten. Das ist zwar keine große Zahl, aber letztlich ein Anstieg", sagte Hugh Johnson von der First Albany Corp. Das könnte der Beginn einer Erholung des Arbeitsmarktes sein, der sich damit möglicherweise den ermutigenden Konjunktursignalen aus den vergangenen Monaten anschließe. Zugleich warnte er aber, aus der Zahl eines einzigen Monats längerfristige Schlüsse zu ziehen.
"Die Zahlen stimmen mit der Tatsache überein, dass sich die Situation im Verarbeitenden Gewerbe zu stabilisieren scheint und natürlich wächst der Dienstleistungssektor kräftig", sagte Patrick Fearon von A.G. Edwards & Sons. Zudem habe sich die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in jüngster Zeit stabilisiert. Nach Daten des Arbeitsministeriums hatte die Zahl der Erstanträge zuletzt im Vierwochendurchschnitt auf 403.500 von 408.500 in der Vorwoche abgenommen.
Volkswirte hatten wegen der anhaltend schwachen Beschäftigungssituation in den vergangenen Monaten Gefahren für den privaten Verbrauch gesehen, der rund zwei Drittel der Gesamtleistung der weltgrößten Volkswirtschaft ausmacht. Sollte der private Konsum nachlassen, könnte die erhoffte Erholung der Wirtschaft ausgebremst werden.
Optimistisch hatten zuletzt Vertreter der US-Notenbank (Fed) die Entwicklung des Arbeitsmarktes angesichts der erwarteten kräftigen Wachstumsbelebung gesehen. So hatte der Präsident der Fed von Chicago, Michael Moskow, erst am Donnerstag erklärt, der Arbeitsmarkt sei zwar schwach, werde sich aber allmählich beleben wie nach der vergangenen Rezession Anfang der neunziger Jahre.
Viele Volkswirte und auch die US-Notenbank rechnen mit einer kräftigen Wachstumsbeschleunigung bereits im abgeschlossenen dritten Quartal dieses Jahres. Dabei reichen die Erwartungen bis zu Raten um fünf Prozent, nachdem die Gesamtleistung der US-Wirtschaft im zweiten Jahresviertel mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent expandiert war. Für das vierte Quartal gehen die Experten von einem noch stärkeren Wachstum aus, das einzelne bei bis zu sieben Prozent sehen.