Neue Strafzölle USA wollen Handelskrieg mit EU verschärfen
Die Clinton-Regierung will die Europäische Union mit einer neuen Serie von Strafzöllen zum Einlenken im Bananen- und Hormonstreit bringen, berichtet das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Die Produkte auf der neuen schwarzen Liste, die am Mittwoch veröffentlicht werden soll, werden ab dem 1. Oktober in den USA doppelt so teuer wie bisher.
Weil die Erfahrung zeigt, dass einige Luxusprodukte wie Luis-Vuitton-Handtaschen selbst bei 100-prozentiger Preiserhöhung noch nachgefragt werden, sollen diese sogar mit 200-Prozent-Zöllen belastet werden.
Die Veröffentlichung der Liste könnte noch verzögert werden, weil US-Präsident Bill Clinton seinen britischen Amtskollegen Tony Blair nicht verärgern will, berichtet die Zeitung. Blair hatte sich heftig dagegen gewehrt, dass schottischer Kaschmir auf der Liste landet.
Die Liste repräsentiert ein jährliches Handelsvolumen von rund 660 Millionen Mark. Die ersten Strafzölle auf Produkte im Gesamtwert von rund 400 Millionen Mark erhoben die USA letztes Jahr, als sie die EU zwingen wollten, mehr Bananen der Marken Chiquita und Dole auf den europäischen Markt zu lassen. Eine zweite Liste mit einem Volumen von rund 240 Millionen Mark wurde angefertigt, um die Europäer zur Aufhebung des Banns gegen hormonbehandeltes Rindfleisch zu drängen.
Die neue Liste wurde auf Betreiben von Kongressabgeordneten zusammengestellt, die sich von der Rotation der Produkte mehr Druck auf die europäischen Politiker versprechen. Neu hinzu gekommen sind spanischer Paprika, italienischer Pecorino-Käse und britische Kekse. Entfernt wurden deutsche Badesalze, Chicorée, und Fruchtsäfte.