Neue Studie: Überalterung könnte globale Finanzkrise auslösen - DER SPIEGEL
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Neue Studie Überalterung könnte globale Finanzkrise auslösen

Die offiziellen Prognosen zu den Ausgaben für die Altersversorgung sind anscheinend viel zu optimistisch. Laut einer groß angelegten Studie steckt das Rentensystem in noch viel größeren Schwierigkeiten als bisher angenommen.
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Frankfurt am Main - Laut einer Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS), einem renommierten Think-Tank in Washington, seien vor allem in Kontinentaleuropa und Japan weitgehende Reformen der sozialen Sicherungssysteme notwendig, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Andernfalls drohe eine globale Finanzkrise.

Der CSIS-Studie zufolge sind die offiziellen Ausgabenprognosen von OECD und Europäischer Kommission viel zu optimistisch. Nach Schätzung des CSIS werden in Deutschland in den Jahren von 2010 bis 2020 ein Drittel mehr Menschen in den Ruhestand treten als neue Erwerbstätige hinzukommen - mit gravierenden Folgen für Konsum, staatliche Schuldenaufnahme, Investitionen und Wirtschaftswachstum. In Ländern wie Italien und vor allem Japan sei die Entwicklung noch dramatischer als in Deutschland, sagte Paul Hewitt, Leiter der "Global Aging Initiative" des CSIS, der "FAZ".

Nach Einschätzung des CSIS-Experten Richard Jackson drohe den Finanzmärkten ein Kollaps, wenn die aus der Überalterung resultierenden Probleme nicht bald angegangen würden, so die Zeitung. Besonders prekär sei die Situation in Japan, wo der Staat wegen der fortschreitenden Vergreisung seine ohnehin riesige Verschuldung weiter erhöhen müsse, um die Pensionszusagen zu finanzieren. Sollte das japanische Zinsniveau - das derzeit nahe null liege - steigen, sei in Frage gestellt, ob der Staat den Schuldendienst noch zu leisten vermöge. Dies sei einer der Gründe, weshalb die Ratingagenturen die Bonität Japans herunterstuften.