Neue Technik, neuer Look Intel will sich neu erfinden
Santa Clara/München - Das sichtbarste Zeichen der neuen Ära ist zunächst das neue Logo. In Zukunft soll der Intel-Schriftzug statt des tief gestellten "e" von einem ovalen Wirbel eingerahmt werden - manchmal auch ergänzt durch den Slogan "Leap ahead" (etwa: ein Sprung nach vorn).
Mit der Neugestaltung der Äußerlichkeiten will Otellini sich jedoch nicht lange aufhalten. Eine neue Generation von Chips und Multimedia-Plattformen soll gleichzeitig das Image des ganzen Konzerns umkrempeln - Otellini will nicht mehr als Lieferant von Hightech gelten, sondern als zentraler Gestalter der Produkte, die mit seinen Chips laufen.
Rechenleistung bleibt natürlich nach wie vor das A und O, doch in den Augen der Kunden will man künftig nicht mehr einzig als Leistungsfetischist dastehen. "Es geht bei der neuen Marketingstrategie darum, den Nutzen der Intel-Technik in den Vordergrund zu stellen und nicht die Technik selber", sagte ein Intel-Sprecher heute in München. "Wir wollen die Kompetenzen, die wir haben ausweiten und dies klar kommunizieren".
Kleine, schnelle und sparsame Prozessoren
Die Intel-Mannen lassen es aber nicht allein mit einem Anstrich der Fassade bewenden. Eine ganze Reihe neuer Chips und Multimedia-Plattformen, die auf der Consumer Electronics Show kommende Woche in Las Vegas präsentiert werden, soll das Rückgrad des Imagewandels bilden. Als wichtigstes Ausstellungsstück gilt der neue Prozessor namens Core. Software, Chip und Plattform sind hier in einem Baustein integriert und aufeinander abgestimmt. Der Core soll deutlich weniger Energie verbrauchen und weniger Hitze entwickeln als seine Vorgänger.
Das daraus resultierende geringe Bauvolumen und seine Sparsamkeit sind Voraussetzungen, um zum zentralen Baustein in den künftigen Generationen von Elektronik-Spielzeug zu werden, egal, ob es sich nun um MP3-Player oder mobile Videogeräte handelt. Die bereits bestehende Allianz mit MP-3-Dominator Apple zeigt, wo die Reise hingeht.
Core wird auch die neue Medienplattform "Intel Viiv" antreiben, die als große Marke für digitale Technologie im Wohnzimmer aufgebaut werden soll. Das Schattendasein im PC, der heut zu Tage noch immer hauptsächlich für Büroarbeit eingesetzt wird, soll damit ei Ende haben. Die Eroberung des Wohnzimmers, so erklärt ein Intel-Manager, wird die entscheidende Hürde für Intels Zukunft sein.