BABCOCK-PLEITE Neue Vorwürfe gegen Lederer
Der ehemalige Babcock-Chef Klaus Lederer, gegen den die Staatsanwaltschaft Duisburg unter anderem wegen des Verdachts der Untreue und Insolvenzverschleppung ermittelt, gerät auch durch die Aussagen mehrerer Aufsichtsräte des Konzerns stark unter Druck. Sie werfen Lederer vor, er habe den Kontrolleuren verschwiegen, dass der Konzern in ernste Liquiditätsschwierigkeiten komme, wenn er eine 25-Prozent-Beteiligung an der Werft HDW verkaufe. Tatsächlich musste Babcock kurz nach dem Geschäft Insolvenz . Claus-Michael Dill vom Versicherungskonzern Axa sagte auf der Sitzung des Babcock-Aufsichtsrats am 22. Mai, er hätte es sich »nicht träumen lassen«, dass Lederer die Kontrolleure so mangelhaft informiert, und habe sich ernsthaft überlegt, sein Amt deshalb abzugeben. Babcock-Aufsichtsrat Klaus Sturany (RWE) legte seinen Posten aus diesem Grund nieder. Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat beklagen ebenfalls, sie seien vom Vorstandsvorsitzenden »ganz offensichtlich bis zuletzt hinters Licht geführt worden«. Die neuen Vorwürfe samt den laufenden Ermittlungen gegen Lederer schwächen jetzt auch dessen neuen Posten als HDW-Chef. Mehrere Aufsichtsräte der Werft gehen bereits auf Distanz zum neuen Top-Mann. Ein Kontrolleur: »Wir müssen uns fragen, wie lange ist so ein Mann noch tragbar?«