Neue Warnstreiks Bei der Bahn drohen dreckige Züge
Frankfurt/Main - Ein Sprecher der Gewerkschaft Transnet, Hubert Kummer, kündigte am Samstag gegenüber Radio FAZ 93.6 Berlin neue Proteste an. Es werde Aktionen in ganz Deutschland geben. Dabei sei auch nicht auszuschließen, dass es für den Kunden zu Beeinträchtigungen komme. Bereits in der vergangenen Woche hatten 11.000 Bahnmitarbeiter gegen den geplanten Stellenabbau protestiert.
Welche Proteste im einzelnen geplant seien, konnte oder wollte Transnet-Sprecher Reinhard Sauer nicht sagen. Es werde spontane Aktionen geben. "Die Unruhe in der Belegschaft ist unheimlich groß." Bahnchef Hartmut Mehdorn müsse jetzt erst einmal erklären, wie er den Stellenabbau sozialverträglich gestalten wolle.
Er gehe aber nicht davon aus, dass es als Folge der Proteste zu größeren Verspätungen oder Zugausfällen kommen werde, sagte Sauer. Es könne allerdings sein, dass Wagen zum Beispiel nicht gereinigt würden.
Transnet bekräftigte die Kritik an der Ankündigung der Deutschen Bahn, acht Ausbesserungswerke bis Ende 2003 zu schließen. Rund 6000 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Kummer sagte dem Rundfunksender, die Schließung der Werke sei nicht nötig. Als Beispiel wies Sauer darauf hin, dass im Nürnberger Werk sogar Überstunden gefahren würden.
Dem gegenüber hatte die Bahn erklärt, die Werke seien nicht ausgelastet. Für die betroffenen Mitarbeiter werde nach "alternativen Beschäftigungen" gesucht.