Neuemissionen 40 Prozent unter Wasser
Berlin - "Es kommt darauf an, wie tief das Wasser ist", kommentiert Sascha Hirsch, Fondsmanager bei DIT, die verfahrene Situation bei Neuemissionen. Unter Wasser, also unter Ausgabepreis notieren nach Berechnungen der "Welt" 38 der 95 Börsengänge diesen Jahres.
Ein Grund für die schlechte Performance der neuen Aktien ist nach Ansicht von Hirsch die hohe Anzahl und die immer schlechtere Qualität der Börsengänge. Zu viele Emissionen überfordern den Neuen Markt, das sagen auch die Börsenhändler am Neuen Markt. Wenn dann auch noch große Börsengänge wie Telekom oder Infineon hinzukämen, bleibe für viele Neulinge am Markt nur noch wenig Begeisterung übrig.
Immer häufiger wird in Frankfurt auch der Vorwurf laut, die emittierenden Banken würden ihre neuen Börsenkandidaten keiner strengen Prüfung unterziehen, da sie an dem Geschäft mit den "Neuen" ein zu großes Eigeninteresse hätten.
Ein weiteres Problem sehen Experten auch in der Bestimmung eines haltbaren Emissionspreises in einem unbeständigen Aktienmarkt. So schossen beispielsweise Web.de am Tag ihrer Einführung von ihrem Ausgabepreis von 26 Euro bis auf 70 Euro in die Höhe, fielen später aber wieder auf unter 20 Euro zurück. In einem solchen Umfeld ließen sich Ausgabepreise nur sehr schwer bestimmen, so ein Händler.