Neuemissionen: Börsenneulinge hoffen auf viel Phantasie - DER SPIEGEL
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Neuemissionen Börsenneulinge hoffen auf viel Phantasie

Drei Unternehmen haben heute die Preisspannen für ihren Börsengang bekannt gegeben. Cargolifter, Mediascape und GMX locken mit hoch fliegenden Plänen, echte Gewinne werden jedoch in naher Zukunft nicht erwartet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Werden riesige Luftschiffe, die bis zu 160 Tonnen tragen können, irgendwann Gewinne einfahren? Diese Frage müssen sich Aktionäre stellen, wenn sie sich an der Cargolifter AG beteiligten wollen. Eine Aktie kostet zwischen 14 und 18 Euro, die Zeichnungsfrist ist für die Zeit vom 16. bis 26. Mai angesetzt.

Ob sich der Cargolifter, ein Luftschiff mit 260 Metern Länge, je in die Luft erheben wird, steht allerdings in den Sternen. Solche Giganten sollen später Großanlagen oder sperrige Güter von einem Kontinent zum anderen befördern - und zwar mit erheblicher Zeit- und Geldersparnis gegenüber dem bislang üblichen Transport über Straße, Schiene und Wasser. Das Gesamtinvestitionsvolumen wird auf rund eine halbe Milliarde Mark geschätzt. Rund die Hälfte dieser Summe ist bereits aufgebracht und verbraucht worden - nun soll der Rest an der Börse eingesammelt werden. Ein erster Prototyp des Cargolifters soll bis 2004 fertig gestellt sein, dann erst sind Gewinne überhaupt denkbar.

Konkretere Aussichten auf Gewinn hat die Mediascape AG. Das Unternehmen hat ein Richtfunksystem entwickelt, das im Nahbereich Daten mit bis zu 155 Megabit pro Sekunde übermitteln kann. Es ist 2300 mal schneller als eine ISDN-Leitung. Mediascape will die Gewinnschwelle 2003 erreichen, muss jedoch mit harter Konkurrenz der großen Elektronikkonzerne rechnen, die ebenfalls an einer solchen Technologie arbeiten. Nach eigenen Angaben nutzen bereits 120 Geschäftskunden das Richtfunknetz. Die Aktien der Mediascape kosten zwischen 45 und 50 Euro und können bis 18. Mai gezeichnet werden.

Große Pläne hat auch der E-Mail-Anbieter GMX. Er will zu Europas größter Drehscheibe für "Unified Messaging" werden. Die Idee ist, Sprachnachrichten, E-Mails, Faxe und SMS-Nachrichten auf eine Mailbox zu konzentrieren, die über Internet oder Handy jederzeit abgerufen werden kann. In Deutschland ist das Unternehmen bereits Marktführer, was die Zahl der - kostenlosen - E-Mail-Nutzer angeht. Es ist jedoch noch nicht abzusehen, ob und wann GMX Gewinne abwerfen wird. Im vergangenen Jahr konnten trotz beeindruckender Zuwachszahlen bei den aktiven Nutzern nicht einmal sieben Millionen Mark umgesetzt werden. Der Verlust belief sich auf 6,3 Millionen Mark. Aktien der GMX AG können bis zum 19. Mai gezeichnet werden und kosten 18 bis 22 Euro.