Neuer Ärger für DaimlerChrysler Razzia und Verhaftungen bei japanischem Partner
Tokio - Grundlage des harten Vorgehens der Behörden ist ein Unfall in Yokohama aus dem Jahr 2002. Damals hatte sich ein Rad von einem Lastwagen der Marke Mitsubishi Fuso gelöst. Das Rad tötete eine 29 Jahre alte Mutter und verletzte ihre beiden kleinen Kinder. Bis März diesen Jahres wollte das Unternehmen jedoch nicht zugeben, dass der Fehler an einer Radnabe Ursache des Unfalls gewesen ist. Erst danach rief Mitsubishi-Fuso, an dem DaimlerChrysler einen Anteil von 65 Prozent hält, rund 112.000 Lkws in die Werkstätten zurück.
Nach mehreren Durchsuchungen in der Zentrale von Mitsubishi wurden nun sieben Manager festgenommen, die bereits wegen der Radnaben-Affäre zurückgetreten sind. Ihnen wird Pflichtversäumnis mit Todesfolge vorgeworfen. Zudem werden sie beschuldigt, den Behörden falsche Angaben zu den defekten Fahrzeugteilen gemacht zu haben. Um Beweise gegen Mitsubishi Fuso zu sammeln, untersucht die japanische Polizei überdies mehrere ähnliche Unfälle.
Einer der Festgenommenen ist Takashi Usami, der seine Position als Chairman von Mitsubishi Fuso erst vergangenen Monat aufgegeben hatte. Zum Zeitpunkt des Unfalls war Usami Vize-Präsident bei Mitsubishi Motors. Ebenfalls verhaftet wurde der frühere Mitsubishi Motors-Direktor Akio Hanawa.
Der DaimlerChrysler-Nutzfahrzeugpartner war im Januar 2003 von Mitsubishi Motors ausgegliedert worden, der japanische Autobauer hält jedoch weiterhin einen Anteil von rund 20 Prozent an dem Unternehmen. Die Aktie Mitsubishi Motors verlor an der Börse in Tokio angesichts der neuen Qualitätsprobleme rund 14 Yen oder 5,13 Prozent auf 259 Yen. Vor vier Jahren war das Vertrauen in das Unternehmen, an dem DaimlerChrysler zu 34 Prozent beteiligt ist, schon einmal schwer erschüttert. Damals hatten Mitarbeiter tausende von Kundebeschwerden versteckt, um teure Rückrufe zu vermeiden.