Neuer Aktionär Russland will Mitspracherecht bei Airbus
EADS hatte zuvor bestätigt, dass die staatlich kontrollierte russische Wneschtorgbank (VTB) 5,02 Prozent Anteile an der Airbus-Muttergesellschaft erworben habe. Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge plane die Bank einen Ausbau ihres Anteils auf zehn Prozent. "Wir haben nie verheimlicht, dass wir zehn Prozent an EADS wollen, um eine strategische Industrie-Partnerschaft zu begründen", zitiert die Zeitung Alexej Fjodorow, den designierten Chef der Vereinigten Flugzeugbauwerke (OAK); in diesem Konzern will Russland bis zum Oktober dieses Jahres die großen Verkehrsjet- und Kampfflugzeugbauer von Iljuschin und Tupolew bis zu Suchoi und MiG zusammenführen.
In Paris solle geprüft werden, die EADS-Satzung so zugunsten Russlands zu ändern, dass der Minderheitsaktionär ein Mitspracherecht bekomme, zitierte "Kommersant" einen anonymen Experten der russischen Luftfahrtbranche. Anfang 2005 hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Beisein der Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Spaniens und Großbritanniens gedrängt, Russland an EADS zu beteiligen. Die Rede war von bis zu 15 Prozent.
"Der neue Aktionär ist eine Bank und kann nicht über die Geschäfte mitentscheiden", sagte dagegen EADS-Sprecher Christian Poppe. Laut "Kommersant" soll die VTB die Verwaltung ihres EADS-Anteils an den Flugzeugkonzern OAK übertragen.
kaz/dpa-AFX