Neuer Champion: Moskau plant riesigen Luftfahrtkonzern - DER SPIEGEL
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Neuer Champion Moskau plant riesigen Luftfahrtkonzern

Die russische Regierung schmiedet einen weiteren nationalen Champion: Einem Bericht zufolge sollen die wichtigsten Hersteller des Luftfahrtsektors in einem Riesenkonzern zusammengefasst werden.
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München - Mit der Megafusion werden die Firmen Irkut, Sukhoi, Tupolew, Iljuschin, Kazan Aircraft Production Association und NNAZ Sokol unter ein gemeinsames Konzerndach gebracht, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Aus ihnen solle noch im Dezember die United Aircraft Corp. (UAC) entstehen. Die Wettbewerbsbehörde in Moskau habe in der vergangenen Woche die Genehmigung für den Zusammenschluss erteilt.

Mit der Vereinigung soll der Branche Schlagkraft verliehen werden. Die UAC solle zuständig sein für den Bau des Superjet 100. Das Flugzeug wurde von Sukhoi gemeinsam mit Boeing   entworfen. Der neue Konzern soll außerdem Konkurrenzmodelle zu den Mittelsteckenfliegern A320 und Boeing 737 entwickeln. Bis Jahresende sei ein Börsengang geplant - vorerst aber solle der Staat mindestens noch 75 Prozent der Anteile halten. Allerdings habe das Wirtschaftsministerium eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, nach der ausländische Unternehmen statt wie bisher höchstens 25 Prozent bis zu 49 Prozent eines heimischen Luftfahrtunternehmens besitzen dürfen.

Indirekt könnte auch das europäische Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen EADS   Anteile an dem neuen Luftfahrtriesen haben; EADS ist mit zehn Prozent Anteilen an Irkut beteiligt.

Der Zusammenschluss ist offenbar nur Teil einer breiteren Initiative, mit der Russlands Präsident Wladimir Putin die Luftfahrtindustrie des Landes stärken will. Auch die Luftfahrtgesellschaften sollten bald zusammengeschlossen werden, heißt es weiter. Gerüchten zufolge, die in der vergangenen Woche bekannt wurde, soll außerdem die staatliche russische Wneschtorgbank einen Anteil von bis zu 4,8 Prozent an der europäischen EADS erworben haben.

ase/dpa-AFX