Neuer EU-Posten: Juncker wird "Mister Euro" - DER SPIEGEL
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Neuer EU-Posten Juncker wird "Mister Euro"

Die Finanzminister der Euro-Zone haben den luxemburgischen Premier Jean-Claude Juncker zum Vorsitzenden der Eurogruppe gewählt. In diesem Gremium versammeln sich die Finanzminister der zwölf Länder mit der Gemeinschaftswährung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Scheveningen - Juncker werde vom 1. Januar 2005 an als so genannter "Mister Euro" amtieren. Das berichteten Diplomaten am Freitag in Scheveningen am Rande der EU-Finanzministerkonferenz. Bisher wechselt der Vorsitz alle sechs Monate. Juncker wäre nach dem bisherigen Modus ohnehin zum Jahreswechsel an der Reihe gewesen - allerdings nur für ein halbes Jahr. Der österreichische Ressortchef Karl-Heinz Grasser, der turnusgemäß nach Juncker gekommen wäre, wird zum 1. Januar 2005 eineinhalb Jahre Junckers Stellvertreter sein.

Mit dem verlängerten Vorsitz will die Eurogruppe besonders auf internationaler Ebene sichtbarer auftreten. Bisher hat nur die gemeinsame europäische Geldpolitik einen bekannten Repräsentanten: den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet.

Juncker ist einer der dienstältesten EU-Politiker. Seit Jahren vermittelt er zwischen Deutschland und Frankreich. Juncker war auch als Nachfolger von Romano Prodi an der Spitze der EU-Kommission im Gespräch gewesen; der Jurist hatte jedoch abgelehnt.