Neuer Gas- und Ölgigant: Conoco schluckt Burlington - DER SPIEGEL
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Neuer Gas- und Ölgigant Conoco schluckt Burlington

Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist es offiziell: Der US-Ölriese ConocoPhillips kauft den Gaskonzern Burlington für 35,6 Milliarden Dollar. Damit erreicht die Fusionswelle in der Öl- und Gasindustrie einen neuen Höhepunkt.
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New York - ConocoPhilips kündigte gestern an, für jede Burlington-Aktie 46,50 Dollar in bar und 0,7214 eigene Aktien zu bezahlen. Insgesamt legt Conoco demnach 35,6 Milliarden Dollar für den Konkurrenten auf den Tisch.

Conoco rangiert unter den großen US-Ölfirmen auf Rang drei nach Exxon Mobil   und ChevronTexaco  . Mit Burlington zusammen kommt Conoco 2006 laut Analystenschätzungen auf einen Umsatz von 211 Milliarden Dollar. Damit schließt das Unternehmen fast zu Chevron mit voraussichtlich 217 Milliarden Dollar auf.

Mit der Burlington-Übernahme setzt sich der Fusionsreigen in der Ölindustrie fort. Erst im Sommer hatte Chevron den Wettbewerber Unocal für gut 17 Milliarden Dollar geschluckt. Durch die hohen Energiepreise haben die Unternehmen viel Bargeld angesammelt, das sie nun in Zukäufe investieren. Dem Finanzdienstleister Thomson Financial zufolge hat die Branche 2005 bereits 114 Milliarden Dollar für Übernahmen ausgegeben und damit einen Rekordwert erreicht.

Bereits gestern hatte es erste Gerüchte über eine mögliche Burlington-Übernahme gegeben. Der Aktienkurs des Kaufkandidaten schoss daraufhin in die Höhe, während Conoco-Papier an Wert verloren. Burlington ist auf dem gesamten Erdball aktiv. Bei der Ölproduktion liegt die Gesellschaft mit einem Tagesausstoß von 93.000 Barrel (ein Barrel entspricht knapp 159 Liter) weit unter der von Conoco mit 1,5 Millionen Barrel. Konzentriert hat sich Burlington vor allem auf die Erdgasförderung. Vor allem wegen dieses Geschäftes gilt das Unternehmen als attraktiver Übernahmekandidat.

Mit einer Übernahme Burlingtons steigert Conoco seine Gas-Produktion um mehr als 50 Prozent und dass zu einer Zeit, in der sich die Gas-Preise auf Rekordhöhen befinden. Entsprechend bewerteten Analysten die Übernahmepläne. "Es ist ein sehr guter Deal, obwohl die Börse es offenbar negativ beurteilt, dass Conoco einen so großen Aufschlag zahlen will", sagte Fadel Gheit von Oppenheimer & Co. Doch diese Kapitalanlage werde sich in der Zukunft auszahlen.