Neuer Job: Ron Sommer nun Russe ehrenhalber - DER SPIEGEL
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Neuer Job Ron Sommer nun Russe ehrenhalber

Vor fast einem Jahr wurde er geschasst, nun hat der langjährige Telekom-Chef Ron Sommer eine neue Aufgabe. Künftig berät er ein Unternehmen, das einer der reichsten Männer Russlands kontrolliert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Moskau - An prominenten Namen fehlt es dem Gremium keineswegs. Dietmar Kuhnt, der frühere RWE-Chef gehört dazu, ebenso Douglas Daft, CEO von Coca-Cola. Jewgenij Primakow, einst Premierminister Russlands, ist ebenfalls dabei - und eben auch Ron Sommer, Ex-Chef der Deutschen Telekom. Er darf sogar den Vorsitz führen.

All diese Entscheider und Ex-Entscheider sitzen im neu formierten internationalen Beratergremium der russischen Unternehmensgruppe Sistema. Sie wird von Wladimir Jewtuskenkow geleitet, einem der reichsten Männer Russlands. Sommer und die anderen Berater sollen Sistema nach offizieller Mitteilung helfen, die momentan schwierige Konjunkturlage zu meistern.

Man trifft sich immer zweimal

Ganz ungewohnt ist das Territorium nicht, auf dem sich Sommer bewegt: Kronjuwel im Portfolio von Sistema ist nämlich die Mehrheitsbeteiligung beim russischen Mobilfunkanbieter MTS. An MTS wiederum hält die Telekom einen Anteil von 25 Prozent. In der Ära Sommer waren es gar rund 40 Prozent, erst vor wenigen Wochen waren Anteile zum Schuldenabbau verkauft worden. MTS ist hochprofitabel und zählte nach der Übernahme des ukrainischen Mobilfunkanbieters UMC rund neun Millionen Kunden.

Sommer war nach sieben Jahren an der Telekom-Spitze im Juli 2002 zurückgetreten und damit einer sicheren Ablösung durch den Aufsichtsrat zuvorgekommen. Er war beim Großaktionär Bund in Ungnade gefallen, weil die schlechte Unternehmenslage und kräftig angehobene Vorstandsbezüge zum Thema im Bundestagswahlkampf wurden. Sommer, ein promovierter Mathematiker, hatte nach dem Ausscheiden zur Abgeltung seines noch bis 2005 laufenden Mandats 11,6 Millionen Euro erhalten.