Neuer Markt ComRoad-Gründer verhaftet
München - Es bestehe der Verdacht des Kursbetrugs in 16 Fällen, bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick am Dienstag in München einen Bericht des Anlegermagazins "Börse Online". Schnabel war bereits Anfang März vom Aufsichtsrat nach Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzprüfung fristlos entlassen worden.
Schnabel sei bereits am 26. März nach einer Durchsuchung seiner Wohnung festgenommen worden, sagte Wick. Einen Tag später wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen. Bei den Vorwürfen geht es um möglicherweise falsche Börsen-Pflichtmitteilungen.
In Medienberichten wurde seit Monaten über möglicherweise künstlich aufgeblähte Umsatzzahlen bei ComRoad spekuliert. Im Februar kündigte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihr Mandat bei ComRoad. Die Prüfer warfen dem Konzern vor, nicht existierende Geschäftsbeziehungen mit Asien verbucht zu haben. Zwei Wochen später wurde Schnabel entlassen. Dieser hatte das Unternehmen 1995 gegründet. ComRoad hat sich auf Telematik-Netzwerke spezialisiert, die die mobile Überwachung von Autos oder Lastwagen ermöglichen und für die Navigation oder zum Flottenmanagement verwendet werden können.