Neuer Markt: Finanzvorstände suchen das Weite - DER SPIEGEL
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Neuer Markt Finanzvorstände suchen das Weite

Reihenweise verabschieden sich die Vorstände der am Neuen Markt notierten Unternehmen. Nun soll ohne sie restrukturiert, neu ausgerichtet und eben alles besser werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Allein am Donnerstag zogen sich bei Kinowelt, Kabel New Media und mb Software Führungskräfte aus den Unternehmen zurück. Zumeist waren die teils langjährigen Vorstände für die Finanzen verantwortlich. Nach den Rücktrittsmeldungen zogen die Aktienkurse von mb Software   und Kinowelt   deutlich an, bei Kabel  ging es dagegen weiter bergab.

Bei Kinowelt verlässt überraschend Finanzvorstand Eduard Unzeitig den Medienkonzern. Der Vertrag sei einvernehmlich mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden, teilte die Kinowelt Medien AG (München) mit. Seine Aufgaben wird bis auf weiteres Vorstandschef Michael Kölmel mit übernehmen. Unzeitig war seit Gründung der Kinowelt Medien AG im Oktober 1997 dabei. "Der Aufsichtsrat wird im Zusammenhang mit dem derzeitigen Restrukturierungsprozess der Gruppe das Führungsmanagement der Kinowelt Medien AG neu ausrichten", sagte nun Aufsichtsratschef Peter Bach. In den nächsten Wochen will Kinowelt ein Restrukturierungskonzept vorstellen. Der Kinowelt-Aktienkurs sprang am Morgen auf knapp 2,85 Euro und lag am Nachmittag noch mit gut einem Prozent im Plus bei 2,64 Euro.

Bei der im Insolvenzverfahren stehenden Kabel New Media AG (Hamburg) trat der Finanzvorstand und stellvertretende Vorstandsvorsitzende Fritz Mathys zurück. Nur einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen den Gründer der Internet-Agentur, Peter Kabel, ermittelt. Der Kabel-Aktienkurs sank um zwischenzeitlich 18 Prozent auf 0,26 Euro.

Bei der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen mb Software AG (Hameln) legten die beiden Firmengründer Bernhard Mursch und Klaus Wassermann ihre Vorstandsämter nieder. Alleiniger Vorstand sei nun Wolfgang Diekmann, teilte der Spezialist für Bau-Software mit. Das Unternehmen hatte am 20. Juli Insolvenzantrag gestellt. Mit dem Ausstieg der beiden Firmengründer sei der Weg frei für unbelastete Gespräche mit Investoren, so Insolvenzverwalter Helge Wachsmuth. Der mb-Aktienkurs legte um zeitweise gut drei Prozent auf 0,72 Euro zu. Der Eröffnungskurs lag sogar bei 0,85 Euro.