Neuer Markt Highflyer Met@box vor dem Absturz?
Düsseldorf/Frankfurt - Seit April stieg das Papier des Herstellers von Internet-Decodern fürs Fernsehen um das Fünffache an - von rund 40 auf mehr als 200 Euro. Am Montag kam der Rückschlag, nachdem Analysten im "Handelsblatt" Zweifel an einer Reihe von Großaufträgen geäußert hatten. Vorstandsmitglied Geerd-Ulrich Ebeling wies den Bericht zurück. Bislang hatte Met@box die Auftraggeber nicht genannt.
Drei Bestellungen von 2,8 Millionen Geräten sollen zusammen einer Wert von rund 2,3 Milliarden Mark haben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr setzte Met@box gerade mal 10.000 Stück ab.
Zum Teil seien die mutmaßlichen Großabnehmer in der Branche nicht einmal bekannt oder geschäftlich mit Met@box verbunden, berichtet die Zeitung weiter. Ein Met@box-Sprecher bestätigte der dpa, dass die Firma in allen drei Fällen an der künftigen Betreibergesellschaft für das Internet- Fernsehen "mit zehn bis 20 Prozent beteiligt ist oder beteiligt sein wird". Dies gehöre zum Konzept von Met@box und ermögliche es, dass das Unternehmen an der inhaltlichen Gestaltung der Internetseiten für den TV-Empfang beteiligt sei.
Doch die Börse ist offenbar misstrauisch. Die Met@box-Aktie büßte bis zum frühen Nachmittag mehr als zwölf Prozent ein, nachdem die Verluste anfangs noch höher waren. "Wo Rauch ist, ist oft auch Feuer", sagte ein Händler zu den Spekulationen. Sollte an den Anschuldigungen etwas dran sein, dürfte ein extremer Kurssturz die Folge sein.