Neuer Markt: "Jenseits von Gut und Böse" - DER SPIEGEL
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Neuer Markt "Jenseits von Gut und Böse"

Die Börsianer kamen aus dem Staunen nicht heraus. Die Aktienkurse am Frankfurter Neuen Markt haben zum Wochenschluss alle Rekorde gebrochen.
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Frankfurt am Main - Der Nemax-50-Index durchbrach bei einem raketenhaften Anstieg zum erstem Mal die 8000-Punkte-Marke und schloss auf dem Rekordstand von 8028,13 Punkten. Das Börsenbarometer legte somit über sechs Prozent oder fast 500 Punkte gegenüber dem Vortagesschluss zu. Auch der Nemax-Index beendete die Woche auf einem neuen Allzeithoch von 7193,43 Punkten.

"Die Kurse sind jenseits von Gut und Böse", wunderten sich die Händler. "Wir haben Angst auf diesem Niveau". Die Sorgen um einen plötzlichen Kurseinbruch nähmen ständig zu. "Wenn es einen Schlag tut, dann wird es heftig."

Den Anfangsimpuls erhielten die deutschen Wachstumswerte von der US-Technologiebörse Nasdaq und dem Beginn der Cebit nächste Woche. Dort gab es nach einem Zuwachs von fast drei Prozent am Donnerstag ein Rekordhoch. "Die Nasdaq hat uns angeschoben, und jetzt will keiner die Rallye verpassen", hieß es. Einmal in Schwung, zeigte sich der Neue Markt auch von einer schwächeren Nasdaq-Eröffnung am Freitag unbeeindruckt.

Softmatic verzeichnete erneut einen Kurssprung von fast 30 Prozent auf 31,20 Euro, nachdem die Firma ein neues Gerät für die Cebit angekündigt hatte. Auch die Papiere von Höft & Wessel erlebten durch die "Cebit-Phantasie" einen deutlichen Kursgewinn. Das Neue-Markt-Schwergewicht EM.TV profitierte von einer kurzfristig für Montag angesetzten Pressekonferenz "aus aktuellem Anlass".

Nach einem Kurssprung nach seinem Börsengang haben Web.de nach Händlerangaben unter Gewinnmitnahmen gelitten und büßten rund 18 Prozent auf 58 Euro ein. Damit war diese Aktie der größte prozentuale Verlierer des Tages.